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Kritik der Kontinuitätsunterstellung
Pathognostische Philosophiekritik votiert für Differenz und Heterogenität gegen Indifferenz und Identität: Sie konfrontiert die Todesanmaßung der Selbstverfügung mit Sterblichkeitsanmahnung. Sie begreift Rationalität als Opferprozess, der sich in Identitätsformen verschließt.
Kritik der Kontinuitätsunterstellung
"Ontologiekritisch-genealogisch setze ich der Kontinuitäts-/Homogeneitäts­deklaration das Gegenkonzept der Diskontinuität/Heterogeneität, die des Risses, des Selbst wie des Seins gleichermaßen, der absoluten Differenz je zwischen Gegenstand, Sprache, Schrift entgegen. Und von diesem Gegen­konzept aus, dessen Demonstration ich mich philosophisch verpflichtet habe, von dieser Sterblichkeitsreverenz wider die übliche Todesanmaßung her kann dargetan werden - so versuche ich wenigstens einige zentrale Kate­gorien meiner Ontologie-Genealogie zu benennen -, daß die Kontinuitäts-/Homo­geneitätsthese den rationalitätsgenerativen Opfervorgang, hier in Schreiben und Lesen, die mitnichten also so harmlos sein können, wie sie sich selbst geben, verdeckt; daß sie Schuld eindeutig dem Geopferten als Opfervorwand zuschreibt und alle Schuld in den dinghaften Opferausfällungen, wie Sprache und Schrift, das Geopferte zum Scheine restituierend, absorbiert sein läßt; daß auf diesem Wege ohne Unterlaß passende Teile des großen anamnes­tisch eingedenkenden Gewaltkontinuums der Rationalität geschaffen werden, ein einziges Rasen."
Kunsttheorie; in: Omissa aesthetica, 210
 
 
 
Verweise
 
Die Pathognostik weist jede Philosophie als unzulänglich zurück, die in ihrer Entfaltung etwas unbefragt voraussetzt und sich nicht einer genealogischen Befragung aussetzt, einschließlich dieser Genealogisierung selbst.
Gegen den tödlichen Sog der Indifferenz (Einheit, Verschmelzung, etc.) setzen sich die schmerzhaften, lebenserhaltenden Differenzen. Aber sie verfallen das Anziehung der Indifferenz und sind nur vorübergehende Aufschübe.
Wichtig ist die Ineinssetzung des Absoluten, der Indifferenz, des Gottes, der Autarkie (Selbstgenügen). Dem entspricht die Notwendigkeit des Opfers, die Opfergier, die assimilierende Zerstörung alles Anderen. Deshalb ist der Gott ein Hungergott. Dessen Erbe sind die zeitgenössischen maschinellen Medien, deren Hunger unersättlich ist.
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