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Passagen
Pathognostik \
Kritik der Psychoanalyse
Die konventionelle Praxis der Psychoanalyse läuft auf einen Verschluss des Unbewussten hinaus, insofern die Stabilisierung des autonomen Ichs das Praxisziel ist, dem die Unschuldsbehauptung der Dinge entspricht.
Unbewusstheitsverschluss
"Die disponierende Sprache der Psychoanalyse, sie ist ein einziger - wenns hoch kommt hochherziger - Moralismus-Fetisch, der sich folgerichtig steigern muß zum Normalzustand allererst des vollendeten Verschlusses/des vollendeten Unbewußten als autonomes Ich und als tautologisches Ding, beide konsumatorisch wohlfunktionierend aufeinander bezogen."
Dialogue Interieur über Pathognostik versus Psychoanalyse; in: KAUM. Halbjahresschrift für Pathognostik 4, 20
Wetzlar. Büchse der Pandora. 1987
Begriffe: Psychoanalyse,
 
 
 

Verweise
 
Die Übertragung erzeugt eine Asymmetrie, in der der Analytiker/die Analytikerin eine entschuldende Vergöttlichung erfährt. Dieser entspricht das über sich selbst verfügende Ich als Ziel des psychoanalytischen Verfahrens.
In der Psychoanalyse werden Symptome nicht direkt angegangen, der analytische Weg läuft über die übertragungsvermittelte Arbeit an lebensgeschichtlichen Traumata. In der Pathognostik wird primär das Symptom quasi mimetisch auf seine Objektivitätskontexte befragt.
Für eine pathognostische Rationalitätsgenealogie bedarf es unter anderem der Ausweitung der Narzissmusstheorie auf Sexualität und den Verdauungsprozess und die Einbeziehung des Todestriebs als Zusammenhang von Sadismus/Exkrementation und Objektkonstitution.
Schon in der herkömmlichen Psychoanalyse findet man die Einsichten, von denen her sich eine Opfertheorie ohne Opferausgleich formulieren ließe – was dann die Intention der Pathognostik ist. Die Psychoanalyse hingegen verschließt das Opferverhältnis, um es umso gewaltförmiger in Theorie und Praxis auszutragen.
Pathognostik