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Kunst als Inzestbannung
Jede Symbolisierung ist eine Bannung des inzestuösen Ursprungs, so auch die Kunst, die allerdings durch ihre gegenständliche Veräußerung die pathologische Selbstanhaftung vermeidet.
Kunst als Inzestbannung
"... auf einen umfassenden Kunstbegriff abzweckend, der (...) eine Art von Symbolisierungsleistung beinhaltet, die wesensmäßig mit der Bannung der inzestuös-individuativen Gewalt des Ursprungs befaßt ist. Der Kunst bestimmende Bannensmodus wird dabei eo ipso der Grundstruktur aller Symbolisierung verpflichtet sein: sich selbst zum Vater werden, um die Mutter zu bemächtigen, und diese unvermeidliche Produktionsstruktur notwendig auch als allgemeinen Kunstgehalt reflektieren, sich jedoch kunstspezifisch sich von den Symbolisierungsspezies sowohl der Symptombildung wie auch der wissenschaftlich-technischen Rationalität einschneidend dadurch unterscheiden, daß der symptomatische Befall des Selbst und, darüber vermittelt, dispositionell der der Außenwelt zugunsten einer - freilich wiederum aus spezifischen Befallsstellen des Selbst hervorgehenden - Gegenstandsschaffung, die den magischen Plan tragen soll, ausbleibt."
Utopie des Sadismus; in: Die Eule Nr. 3, 54f.
 
 
 
Verweise
 
Kunst ist ähnlich wie Krankheit Magie, aber nicht ohnmächtig verstrickt am Körper, sondern dinglich abgespalten. Eine magische Bannung des inzestuösen Todessogs, eingeschlossen in Objekte.