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Masochismus als Gewaltentschuldung
Masochismus ist die emphatische Bejahung des Lebens in seiner Todesverfallenheit mit der Wirkung scheinbarer Tilgung der Schuld der gewaltförmigen Todesveräußerung.
Masochismus als Gewaltentschuldung
"Eine Annäherung an den »primären Masochismus« läßt sich durch den Umstand herstellen, daß die obligaten Gewaltdeterminanten adaptiver Sexualfunktionen durch die entsprechenden Lustprämien - Stimuli, Konservantien, ja seinen Zweck vergessendes Eigenpropositum - allererst in die Gänge kommen. Denn ohne Essensgenuß würden wir uns am Essen »unsterblich« verschulden und schließlich verhungern; ohne die sadomasochistischen Begleitsensationen der Dejektion würden wir, so die Befürchtung, dauerverstopfen und krepieren; ohne genitale Begehrlichkeiten versagten wir uns die Robustheiten der Prokreation mitsamt der üppig darüberhinausgehenden selbstzweckbegabten Verlustigungen. Die masochistischen Optionen darin drogieren das gewaltbedingte Schuldaufkommen; Masochismus = manische Gewaltexkulpation, nur daß in Sachen Schuld »die letzten Dinge ärger werden als die ersten«."
Masochismus; in: Pathognostische Studien XI, 107
 
 
 
Verweise
 
Gewalt
Zivilisation/Kultur ist das Ergebnis todestriebbestimmter Gewalt- und Schuldveräußerung, die sich in ihren Produkten verschließt. Je starker die Unschuldsbehauptung, desto größer das Gewaltpotenzial.