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Ursprungsaneignung (Inzest) \
Medien und Geschwisterinzest
Die Medien stellen eine Verwirklichung der Indifferenz dar. Sie entsprechen dem Geschwisterinzest. Der Geschwisterinzest ist die Einebnung der sexuellen Differenz.
Medien und Geschwisterinzest
"Geschwisterlichkeit, das Bruder-Schwester-Verhältnis ist die kognativ-leibliche Entsprechung zu den audio-visuellen dinglichen Medien, mythologisch vorweggenommen in den Zwischenwesen (Engeln) als göttlich verstatteter Bruder-Schwester-Inzest. Was folglich heißt, daß in der Epoche der als Technik vorherrschenden Medien Geschwisterlichkeit, offensichtlich im Sinne der Einebnung des Geschlechtsunterschieds (des sozusagen weltlich gewordenen hybriden Wesens der Engel), sich als Organisationsnorm des Geschlechterverhältnisses und der Intersubjektivität insgesamt behaupten muß."
»Alle Menschen werden Brüder ...«. Mytho-philosophische Anmerkungen zum Geschwisterproblem; in: Pathognostische Studien V, 19
Genealogica Bd. 27. Essen: Die Blaue Eule. 1999
 
 
 

Verweise
 
Die Inzeste des Ödipuskomplexes: der oral-einverleibende Mutter-Sohn-Inzest, der anal-ausstoßende Vater-Tochter-Inzest und der urogenitale Geschwisterinzest werden zugeordnet den Bereichen der Konsumtion, Produktion und »Aufzeichnung«.
Die Faszination des Geschwisterinzests gründet in der Vorstellung, die Eltern zu ersetzen und sich so ihrem inzestuösen Zugriff zu entziehen. Er ist die Abwehr eines Inzests durch einen Inzest.
Der Geschwisterinzest verschleiert seine Herkunft aus dem Vater-Tochter-Inzest und dem Mutter-Sohn-Inzest durch Selbstbezüglichkeit der Simulation: jede Referenz wird zur Simulation und breitet sich aus als Schein referenzloser Medialität.
Die Ersetzung der Dinge durch Bilder oder die Vollendung der Warenwelt in der Reklame sind Ausprägungen des medialen Geschwisterinzest. Der Geschwisterinzest ist die simulative Ersetzung von Mutter und Vater und entspricht der medialen Indifferenzierung.
Ursprungsaneignung (Inzest)