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Mensch
aporetische Existenz
"Wir sind uns selbst schier ungewachsen, hoffnungslos der Selbsterlösung harrend, dem Hiatus zwischen der großen Emergenz des Selbstbewußtseins, dem, wie gottesbeweislich, Sichwissendenwissen, und, unausweichlich kontradiktorisch, der tödlichen Sterblichkeitsschande."
Terrorismus-Theologumena und Manöverkritik; in: Pathognostische Interventionen I, 57
 
 
 
Verweise
 
Scham
Grenze und Scheitern der Erkenntnis ist die Sterblichkeit, angesichts derer jede Erkenntnis der Nichtigkeit verfällt. Scham ist das Eingeständnis dieses Scheiterns.
Schuld
Sterblichkeit wird zur Schuld, indem sie entäußert wird als verdinglichende Gewalt und die Produkte dieser Gewalt (Dinge, Zivilisation) zur Verheißung der Todesüberwindung werden.
Kultur
Die vom Menschen geschaffenen Dinge - Kultur - sind Spiegelungen der menschlichen Gewaltverfassung, die sich zuspitzend austrägt als Ödipuskomplex, Narzissmus, Todestrieb. Der Glaube an die Unschuld der Dinge ist eine lebenserhaltende Täuschung.
Gewalt
Zivilisation/Kultur ist das Ergebnis todestriebbestimmter Gewalt- und Schuldveräußerung, die sich in ihren Produkten verschließt. Je starker die Unschuldsbehauptung, desto größer das Gewaltpotenzial.
Die Selbstwerdung des Menschen ist ein Absturz auf sich selbst, eine narzisstische Selbsterzeugung, die sich der inzestuösen Vernichtung des maternalen Heterons verdankt, um sich als Wiedergeburt aus dem Vater zu vollenden.
Der Widerspruch zwischen Selbstbewusstsein als Anspruch auf Selbstverfügung und Sterblichkeit macht den Menschen zu einem Gewaltwesen, Gewalt als Ausdruck der Unmöglichkeit, diesen Abgrund zu schließen.
Sucht
Sucht ist Sehnsucht nach Aufhebung der Differenzen – des Mangels, der Trennung, des Hungers –, Einswerden mit den Objekten des Begehrens (nicht nur der Nahrung).
Beim Menschen gibt es keine »natürlichen« Triebe. Jede Triebregung ist überformt vom inzestuös-narzisstischen, das Selbstbewusstsein ausmachenden Begehren nach Selbstgründung, vor dem nur die verdinglichende Repräsentation schützt.