Name
Passwort
Themen

Passagen
Musik und Gewalt
Gewaltförmigkeit der Musik
"Die entscheidenden Musik-ausmachenden Gewaltakte - allemal handelt es sich um memoriale Tötungssymbolik - reichen von Lösen: Lockern, bis Auflösen, Auflösen wiederum: Trennen, bis Zerfallen-, Verschwindenmachen, Erlösen schließlich (welch Hintersinn der Erlösung!). Vom Regen des Bildes in die Traufe des Tons? Ja, in diesen Lösungswendungen passiert zwar die Stattgabe von Zeit, doch immer nur in derselben magischen Weise der Zeitverfügung, im Sinne paradoxer Zeitbemächtigung in der Verzeitlichung, dieser Einräumung, selbst"
»Wie es mir den Atem verschlug und wie ich fassungslos weinte...«. Aufschlüsse über Extremreaktionen auf Kunst; in: Pathognostische Studien VIII, 66
Musik und Gewalt
"»Grausamkeit der Musik« - aus ihrem Wahn der Disposition des schlechter­dings Indisponiblen, der Zeit, des Todes, dadurch, daß sie die zeitliche Sequenzialität selbst zu ihrem Wesensvorwurf hat, ergibt sich, fürs erste, das allgemeine Indiz ihrer Krudelität: nämlich, voll der Suggestion, die Über­windung des Todes zu versprechen, um diese erlösende »promesse du bonheur« instantan zu brechen. Musik, Musik zumal, die künstlerische Erzbetrügerin? Ja, immer wenn wir in Musik vollends aufgingen, gänzlich gar selbst zu Musik, letal psychosenverfallen, würden. (Und der Komponist?) Wovor uns der Repräsentationscharakter, ihr mediales Außenvor, ihre essentiell gegenwärtige, eben re-präsentativ präsente, Erinnerungshaftigkeit vorerst schützt. Schützt, allzeit im Verein damit, daß sie, in historisch wechselnden Ausdrucksweisen, von diesem ihrem Heil, dem Heil des Unheils Mensch, des gottanmaßend Todgeweihten, kündet."
Ist die Musik wirklich so grausam, wie von der Orpheusmythe unterstellt?; in: Pathognostische Studien XI, 191f.

 
Verweise