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Nahrung
inzestuös stigmatisierte Nahrung
"Beispielhaft betreibt er [der Todestrieb] nutritiv die wirkliche Anderenzerstörung zum Zweck der Selbsterhaltung, die freilich allerlei symptomatische Misshelligkeiten - bis hin zu ihrem end­gültigen Versagen im Tode - sanktionell durchfurchen - man mag sich wundern, weshalb nicht noch viel mehr viszerale Erkran­kungen aufkommen bei soviel massiv inkulpierender Inzest­lizenz, deren technologische Verschiebung in die Nahrungs­mittel­industrie das imaginäre Säuglingsgebaren an Gewalt unendlich überbietet und die - kein untriftiger Grund der martia­len Korrumpierbarkeit der Dinge/Waren dann - das Nutriment todestrieblich-inzestuös zum Dingparadigma überhaupt avancieren macht."
Todestrieb. Programm einer Revision; in Todesnäherungen, 42f.

Verweise  
Nahrungsaufnahme und Verdauung sind Gestalten des Begehrens, der Herstellung von Indifferenz, der inzestuösen Vereinigung mit der Nahrung.
Nahrung wird als schuldbehaftet empfunden, diese Schuld wird in der Nahrungsaufnahme bedrohlich freigesetzt.
Adipositas als Assimilierung alles Anderen, Wegschaffung von Differenz, Ausbreitung von Indifferenz, das AuĂźen schwindet und damit auch die Selbstwahrnehmung.
Die Nahrungsaneignung ist der Inzest mit der Mutter als Urnahrungsquelle, dieser scheitert in der Exkrementation. Die anale Retention ist der Versuch, dieses Scheitern zu verhindern, also die inzestuöse Fusion zu erhalten (exkrementaler Inzest).
An der Defäkation scheitert die Absolutheitspassion der Nahrungsaufnahme.
Die Nahrungsaufnahme ist die Aneignung der Eltern, die Verdauung die Auftrennung der Eltern, die Ausscheidung des Exkrements als tote Mutter gelingt kraft des verinnerlichten toten Vaters, die Defäkationslust ist die Rache, Vorbild für die sexuelle Lust.
Ausführungen  
Es lässt sich folgende Sequenz formulieren: die Nahrungsaufnahme ist inzestuös stigmatisiert - dieses inzestuöse Begehren (es gibt kein Außen, alles ist in mir) scheitert an der Defäkation - koprophagisch wäre der Inzest (das Einssein mit mir) zu retten, aber mit letalen Folgen - stattdessen dann der vorläufig rettende Übergang von den Exkrementen zu den Dingen - und von den Dingen her dann die Rückaneignung der Dinge in den Körper (Psychose - die »Arschmahlzeit der Dinge«).