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Psychopathologie \
Neurose
Neurosen widerstehen stärker als Psychosen einer Auflösung, nicht nur weil sie meist integraler Bestandteil einer Persönlichkeit sind und wenig Krankheitsdruck erzeugen, sondern auch weil sie sentimentalistisch eine Normalität suggerieren.
Resistenz der Neurose
"Perversionen/Psychopathien und zumal Psychosen wiegen in verschiedenen Rücksichten pathologisch schwerer (...). Doch sollte in solchen Skalierungen nicht verkannt werden, daß das Leichtgewicht der neurotischen Erkrankungen sich dagegen als besonders tückisch erweist. Neurotisch nämlich besteht die Eigenart des (psychopathologietypischen) unfalsifizierbar verdrückten Prophetismus darin, die heilen, also der kriegsmagisch unbrauchbar gemachten Symptomrealie entkommenen Realitätsfelder einem unmäßigen Tautologisierungsdruck, nothaft freilich und (oft) uneinnehmbar, auszusetzen und somit einer ebenso blind gewalttätigen wie sentimentalistischen Hypernormalitätsverfassung, kurzum: unser aller mörderischen Anamnestik, auszuliefern."
"Der Platz ist verflucht"; in: Pathognostische Studien I, 74
Genealogica Bd. 10. Essen: Die Blaue Eule. 1986
Begriffe: Neurose,
 
 
 

Verweise
 
In der Neurose ist das anhaftende Dingphantasma unsichtbar verhüllt, in der Perversion sichtbar verhüllt, in der Psychose sind Hülle und Verhülltes eins und gehen ineinander über.
In der Perversion ist das Objekt für das Subjekt präsent, also vollständig verfügbar und nicht entzogen. Damit ist auch die Gewalt des Verhältnisses unverhüllt sichtbar.
Psychose ist Todeseinbehaltung, das heißt, es fehlt an Todesveräußerung als Repräsentation/Dinghervorbringung. Psychose ist somit der Versuch der Aneignung des Ursprungs.
Psychopathologie