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Pathognostik
Pathognostik
"Nach pathognostischem VerstĂ€ndnis gibt es keine Krankheit ausmachenden subjektiven Zutaten zu den Dingen; alle solchen vermeintlichen Zutaten, die tunlichst wieder weggeschafft werden sollen, holen aus den Dingen selber bloß diejenige Dimension hervor, die ihnen wesentlich (im buchstĂ€blichen Sinne: also letal) innewohnt, die ĂŒblicherweise aber vergessen wird, und wenn sie hervorkommt, zum randstĂ€ndigen Betriebsunfall verfĂ€lscht zu werden pflegt. Es ist dies die »ontologische« Dimension des Opfers (der Schuld, der Gewalt), auf deren objektive Ankunft als die ErfĂŒllungsgestalt von Krieg und Apokalypse der Kranke nicht warten kann, die er vorwegzu­nehmen und in dieser Vorwegnahme zu beschwören sucht, wodurch er sich zum Opfer derselben macht, das deren Bann nicht bricht, sondern be­glaubigt. Krankheit als der untere Weg der Selbstrettung, diese als Gewalt­partizipation unter dem Deckmantel, diese Gewalt außer Kraft zu setzen."
»Der Platz ist verflucht«. Zur Pathognostik von TaburÀumen (Agoraphobie); in: Retro II, 141f.

Verweise  
Krankheiten als Sterblichkeitsparaden, entsprechend der Bezug auf den Todestrieb, Einbeziehung der Dingkontexte, Dingsymbolik als Produktionsgrund der Dinge
zum Unterschied von Pathognostik und Psychoanalyse
Ausgangspunkt sind die Symptome, die auf ihre Dingkontexte befragt werden
Pathognostik versteht sich als Genealogie und wendet sich gegen die Trennung von Genesis und Geltung, indem das objektiv Gegebene auf seine inneren Entstehungsbedingungen befragt wird.
Sowohl das Subjekt wie das Objekt sind phantasmatisch verfasst, also sind Phantasmen nicht auflösbar.
Die Bedingungen der Enstehung der menschlichen Welt der Dinge machen eine Versöhnung von Mensch und Welt unmöglich.
Pathognostik bewegt sich im Raum zwischen Krankheit und NormalitÀt, indem sie die in Krankheit unbegriffen enthaltene Erkenntnis von dieser abtrennt.
Ausführungen