Name
Passwort
Themen

Passagen
Pathognostik \
Pathognostik versus Psychoanalyse
Die Pathognostik ist keine Alternative der Psychoanalyse, sondern ihre Subversion. Das, was die Psychoanalyse auf der Subjektseite zusammengetragen hat (Ödipuskomplex, Narzissmus, Todestrieb), geht auf die Objektivitätsseite über.
Objektivitätswendung der Pathognostik
Pathognostik ist der Titel der vom Autor konzipierten kritischen Psychoanalyse als psychoanalytische Philosophiekritik und philosophische Psychoanalysekritik. (...) Ihre von der herkömm­lichen Psychoanalyse abweichende, ihre disparaten Traditionen integrierende Hauptthese lautet, daß die gesamte gesell­schaft­liche - institutionelle und technologische - Objektivität bereits dasjenige als ihren eigenen Produktionsgrund in sich enthält, was sich, subjektiv angemaßt, dann in Psychopathologie sanktionell symptomatisch offenlegt, innerhalb der traditionellen Psychoanalyse jedoch nicht derart herkünftig geortet werden kann - hier nämlich sind einzig ja die Subjekte 'schuld'. Mit anderen Worten: das synchrone Verhältnis zu den in Symptomen angängigen Objektivitätsausschnitten (wie zum Beispiel in Phobien zum phobischen Objekt) im Sinne deren subjektiver Einbehaltung ist theoretisch wie praktischtherapeutisch innerhalb der Pathognostik zentrale Referenz."
Pathognostische Studien VII, 9
 
 
 
Verweise
 
Pathognostik kritisiert den Subjektivismus der Psychoanalyse. Damit wird das Unbewusste zu einem der Dinge und die Psychoanalyse zur Rationalitätsgenealogie, um den Preis, dass die Dinge und korrespondierend das Selbst nichts Unbedingtes mehr sind.
Pathognostik ist eine Subversion der Psychoanalyse, keine Alternative zu ihr, sondern ihre radikalisierende Fortschreibung. Was herkömmlich als krankheitskonstitutive subjektive Zutat zu den Dingen angesehen wird, ist die Offenlegung des Produktionsgrundes der Dinge, die in ihnen eingeschlossene Gewalt, in die sich Krankheit ohnmächtig verstrickt.
Für die Psychoanalyse ist nur das Subjekt phantasmatisch verfasst, für die Pathognostik zudem auch das Objekt, weshalb für sie Phantasmen nicht auflösbar sind.
Die konventionelle Praxis der Psychoanalyse läuft auf einen Verschluss des Unbewussten hinaus, insofern die Stabilisierung des autonomen Ichs das Praxisziel ist, dem die Unschuldsbehauptung der Dinge entspricht.
In der Psychoanalyse werden Symptome nicht direkt angegangen, der analytische Weg läuft über die übertragungsvermittelte Arbeit an lebensgeschichtlichen Traumata. In der Pathognostik wird primär das Symptom quasi mimetisch auf seine Objektivitätskontexte befragt.
Ödipuskomplex, Narzissmus und Todestrieb sind sich steigernde Austragungen des Absolutheitsphantasmas (Ersetzung der Eltern, Zerstörung des Anderen, Verkörperung des Todes).
Pathognostik