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Phobien
Phobien sind unfreie Repräsentationen des Dingarkanums, das heißt Verkörperungen. In der Phobie versucht man das phobische Objekt selbst zu sein.
Phobien
"Die phobisch gebundene Angst signalisiert die also gebrauchsbestrafte Untat, den allzeit kriegerisch destruktiven Nukleus des phobischen Objekts zu inkorporieren."
Moral in Psychoanalyse; in: Pathognostische Studien XII, 225
Phobien als Anzapfung des Dinginneren
"Phobien re-präsentieren, wie in Krankheit immer »unfrei«, die Unbewußtheits-, Tabuvalenz der Unzugänglichkeit des nicht mehr als solchen konzedierten Dinginneren-Vorbehalts; diese bestimmte Valenz selber, deren martialer, krankheitsbezüglicher Limes die endgültige Rettung dieses Heiligkeitsgrundcharakters durch den Letztentzug der Selbstzerstörung - autonomer Dingsuizid - wäre."
Die eingesperrte Sakralität. Zum Problem des Rest-Heiligen in Psychopathie; in: Retro II, 166
 
 
 
Verweise
 
Wie jede Phobie ist die Brückenphobie Ausdruck eines nicht untergegangenen Ödipuskomplexes: das Objekt ist nicht vollständig veräußert, sein Produktionsgrund nicht epikalyptisch verschlossen. Die Differenz zum Objekt ist ausgesetzt, wobei die Brücke sich als phobisches Objekt besonders eignet, weil sie als Objekt selbst die Überbrückung von Differenz darstellt.
In der Agoraphobie verliert die Fortbewegung ihre scheinbare Harmlosigkeit. Das Ziel verdirbt als Anmaßung das Mittel des Gehens, was dieses phobisch beeinträchtigt.
Eine Phobie des Gehens hat zur Voraussetzung die Indisponibilität des Hinten, des Rückens - das, was sich dem eigenen Sehen entzieht -, weshalb der Vorgang des Gehens memorial nicht eingeholt werden kann.
Das phobische Objekt der Akrophobie ist die Tiefe, die ich sein will, über die ich verfügen, mit der ich verschmelzen möchte. Vielleicht vermag nur der Akrophobiker die Tiefe wahrzunehmen.
In der Klaustrophobie will ich der ganze Raum sein, der dann aber mit mir zusammenfiele und mich zerdrückte. Die Differenz zwischen mir und dem mich umgebenden Raum ist in der Normalität nur scheinbar anerkannt und bricht in der Phobie zusammen.
Wäre Schlaf oder Wachen ohne den Traum der Verlust der Repräsentation und damit das Anhaften des Dings am Körper und dies die Phobie?