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Psychopathologie \
Phobien
Phobien sind unfreie Repräsentationen des Dingarkanums, das heißt Verkörperungen. In der Phobie versucht man das phobische Objekt selbst zu sein.
Phobien als Anzapfung des Dinginneren
"Phobien re-präsentieren, wie in Krankheit immer »unfrei«, die Unbewußtheits-, Tabuvalenz der Unzugänglichkeit des nicht mehr als solchen konzedierten Dinginneren-Vorbehalts; diese bestimmte Valenz selber, deren martialer, krankheitsbezüglicher Limes die endgültige Rettung dieses Heiligkeitsgrundcharakters durch den Letztentzug der Selbstzerstörung - autonomer Dingsuizid - wäre. Aus der Ansaugung eben dieser Heiligkeitsdimension folgt nun mit aller wünschenswerten Präzision der einschlägige Befallsort der Phobie: imaginär beeinträchtigt wird die Verfügung der Motilität, das Überallhin der Bewegung, mittels einer Art von - wie sich verselbständigendem - Frühwarnsystem der Affektivität, grob gesprochen: der Angst, das die Restriktion des freien Begehens, die Markierung der verbotenen Areale, zum grotesken Nutz und Frommen des also Bornierten, des Kranken, besorgt."
Die eingesperrte Sakralität. Zum Problem des Rest-Heiligen in Psychopathie; in: Retro II, 166
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Verweise
 
Wie jede Phobie ist die Brückenphobie Ausdruck eines nicht untergegangenen Ödipuskomplexes: das Objekt ist nicht vollständig veräußert, sein Produktionsgrund nicht epikalyptisch verschlossen. Die Differenz zum Objekt ist ausgesetzt, wobei die Brücke sich als phobisches Objekt besonders eignet, weil sie als Objekt selbst die Überbrückung von Differenz darstellt.
In der Agoraphobie verliert die Fortbewegung ihre scheinbare Harmlosigkeit. Das Ziel verdirbt als Anmaßung das Mittel des Gehens, was dieses phobisch beeinträchtigt.
Eine Phobie des Gehens hat zur Voraussetzung die Indisponibilität des Hinten, des Rückens - das, was sich dem eigenen Sehen entzieht -, weshalb der Vorgang des Gehens memorial nicht eingeholt werden kann.
Das phobische Objekt der Akrophobie ist die Tiefe, die ich sein will, über die ich verfügen, mit der ich verschmelzen möchte. Vielleicht vermag nur der Akrophobiker die Tiefe wahrzunehmen.
In der Klaustrophobie will ich der ganze Raum sein, der dann aber mit mir zusammenfiele und mich zerdrückte. Die Differenz zwischen mir und dem mich umgebenden Raum ist in der Normalität nur scheinbar anerkannt und bricht in der Phobie zusammen.
Wäre Schlaf oder Wachen ohne den Traum der Verlust der Repräsentation und damit das Anhaften des Dings am Körper und dies die Phobie?
Psychopathologie