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Präsenzsuggestion der Musik
Musik ist der Versuch, das Jenseits der Repräsentation, die Präsenz, die Gegenwärtigkeit, zu erreichen. Die Präsenz aber ist der Tod; keine Kunstform kommt ihr so nahe wie die Musik und wehrt sie umso stärker ab.
Präsenzsuggestion der Musik
"Musik, rationalisierte Verlautung, scheint fortwährend zum Irrtum zu verführen, daß sie das Repräsentationsverhältnis zu Gunsten der befreiten Alterität von Präsenz quittieren könne. - Der einzige Grund dieser seduktiven Kraft liegt im Schein der Nicht-Reflexivität der - ontogenetisch primordialen - Verlautung, der Einheit von Sprechen/Hören (nach Derrida schon das Basis­phantasma der Repräsentation selbst): Orpheus for ever, der die Spiegel, die Tore zu Hades zu passieren wüßte. Insofern stößt Musik an der Todeswand der Präsenz am härtesten an und stößt sich entsprechend auch am stärks­ten davon wieder ab. Als phantasmatischer Inbegriff der Repräsentation, das Begehrens-, Passions-überbürdete Isolat reiner Verlautung ist sie der Präsenz zunächst und zufernst in einem. Und entsprechend auch die grausamste, in ihrer Brutalität zugleich die dialektischste Kunst-Rationalität."
Nicht weht der Nicht-Geist, wo er will. Offener Brief an Peter Widmer über seinen Aufsatz »Orpheus oder der Geist der Musik«; Metastasen, 227f.

 
Verweise