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Psychopathologie
Krankheiten als Gedächtnisdefekte
"Die Themenzentrale der Psychoanalyse, Psychopathologie, bildet sich aus der Masse der Theorie-an-stößigen pathogenen Disfunktionalitäten im Widerspiel von Indifferenz und Differenz, Inzest und Inzesttabu. Allemal sind es Vermittlungs-, in diesem Sinne also Gedächtnisdefekte, die, in sich hineingetrieben, kurz vor der Todeserfüllung derselben abbiegend, Krankheit definieren. Vielleicht könnten, Psychopathologie-differentiell dann, die apostrophierten Einzelmodi der Gedächtniskonstitution - Ausgrenzung, Berührung, Vereinnahmung - die drei Hauptgruppen psychiatrischer Erkrankungen mitindizieren: Neurose, Perversion, Psychose."
Zur traumatologischen Gedächtniskonstitution im Ausgang von der Psychoanalyse; in: Pathognostische Studien VI, 126
Psychopathologie als Gedächtnisüberfall
"... daß Pathologie, Psychopathologie zumal, so etwas wie einen Gedächtnisüberfall, hypo- und hypermemorial auf Null und Unendlich hin in einem, ausmacht und als einzigen Gehalt den Terror der Transsubstantiation, das »Unheimliche«, quid pro quo von lebendig und tot, behauptet; Psychopathologie - das rigoroseste Monitum der Opferprovenienz und der Gewalt- und Schuldimplikationen aller Kultur."
Fortschreibung zum Problem einer »Psychoanalyse der Sachen«; in: Retro III, 106
 
 
 
Verweise
 
In der Neurose ist das anhaftende Dingphantasma unsichtbar verhüllt, in der Perversion sichtbar verhüllt, in der Psychose sind Hülle und Verhülltes eins und gehen ineinander über.
Neurosen widerstehen stärker als Psychosen einer Auflösung, nicht nur weil sie meist integraler Bestandteil einer Persönlichkeit sind und wenig Krankheitsdruck erzeugen, sondern auch weil sie sentimentalistisch eine Normalität suggerieren.
Phobien sind unfreie Repräsentationen des Dingarkanums, das heißt Verkörperungen. In der Phobie versucht man das phobische Objekt selbst zu sein.