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Psychopathologie \
Repräsentation - Präsentation - Sein
In der Neurose ist das anhaftende Dingphantasma unsichtbar verhüllt, in der Perversion sichtbar verhüllt, in der Psychose sind Hülle und Verhülltes eins und gehen ineinander über.
Hülle versus Umhülltes
"Die Psychopathologien lassen sich nicht weniger, schambezogen, durch das Schema Hülle versus Umhülltes differenzieren. Im Falle der Neurose soll die intime Viskosität mit dem Dingphantasma peremptorisch verhüllt sein, die Haut um das Dingarkanum, die untransparente Epikalypse darf nimmer reißen. Im Falle der Perversionen hingegen ist die Hülle transparent. In ihrer Durchsichtigkeit bildet sie einzig noch den sanktionellen Halt des schamlos offenbaren Inneren, ist sanktionell wie opak. Und in der Psychose fusionieren/diskriminieren beide Elemente. Notorisch die durchgehend paranoische Position des Anderen, jenachdem - paradoxerweise müßte die Paranoiavalenz des Anderen bei der Neurose am stärksten sein."
Das Körper-Ding-Verhältnis als indisponibles Apriori; in: Metastasen, 42
 
 
Ausführungen:
Das Problem der Verhüllung und der Transparenz steht in Verbindung mit der Tatsache, dass die Perversion ein Präsentationsproblem ist, die anderen Psychopathologien hingegen Repräsentationsprobleme sind. Psychopathologie lässt sich beziehen auf die Unterscheidung von Repräsentation, Präsentation und Sein. Psychosen und Schizophrenie sind Sein, Neurose ist Repräsentation, Perversion ist Präsentation. Perversion liegt zwischen Neurose und Psychose. Die Transparenz der Hülle bei den Perversionen, die das Innere schamlos offenbart und sanktioniert, stellt den Grund dafür dar, dass Perversionen am schwersten therapierbar sind. Und außerdem sind sie aus den Nosologien mittlerweile weitgehend verschwunden. Die Perversionen sind entmachtet durch die medial wuchernde Pornographie.
 
Verweise
 
Der in Autarkie umgewandelte Inzest bleibt in der Neurose anhaftend, wenn auch als Repräsentation und dadurch verborgen. Was die Neurose repräsentiert, präsentiert die Perversion in schamloser Sichtbarkeit. In der Psychose schließlich verliert sich jede Distanz in hilflose Verstrickung.
Psychopathologie