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Subsistenzsexualität \
Rettung vor Selbstkadaverisierung
Das Mutterleibopfer geht in der Verdauung nicht restlos auf, übrig bleiben die Exkremente als Geheimnisverrat (Gedächtnis). Vor ihrer Wiedereinverleibung rettet die Produktion der Dinge.
Geheimnisverrat des Mutterleibopfers
"Die Exteriorität des exkrementalen Rests, sie ist das desavouierte Gedächtnis (Geheimnisverrat) des metabolischen Binnenopfers des Mutterleibs, das, unsanktioniert, eben nicht, restlos, aufgeht. Sie erweist sich so als Inbegriff des Seinsmangels (»felix culpa«); und, als solcher, als die schlechthinnige Inszenierung fortgesetzter - mangeltilgender/-rezidivierender (= »schizoider«?) - Produktion; deren Wundermetabasis in Dinglichkeit vor der prämaturen kopro-/nekrophagischen Selbstkadaverisierung, undefinitiv, fürs erste, rettet."
Rückstände. Späte Texteleidensreparationen, 70
Genealogica Bd. 53. Essen: Die Blaue Eule. 2016
 
 
 

Verweise
 
Das Essen ist Anderenvernichtung, die sich im Körperinneren vollendet. Ergebnis sind die Exkremente, einerseits Dokumente der Vernichtungsgewalt der Verdauung, andererseits lebensrettende Manifestationen des Scheiterns des nutrimentalen Inzests.
Über die psychoanalytisch etablierte Einsicht in die Aggressivität der analen Ausscheidung hinaus wird die Exkrementation als Muttermord begriffen und der Verzicht auf die inzestuös-koprophagische Rückaneignung der Exkremente als Grundlage der Dingproduktion.
Gedächtnis als Kompromiss zwischen Koprophagie und Abstoßung der Exkremente. Diese verwandeln sich über die Abwehr der Koprophagie in Dinge.
Subsistenzsexualität