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Scham - Schuld - Sucht \
Scham und Schuld
Schuld versucht die Scham über die Sterblichkeit aufzulösen in ein Opferverhältnis zu Gott, das Entsühnung verspricht. Diese Flucht vor der Scham scheitert an der Scham-losigkeit (Absolutheit) Gottes.
Scham und Schuld
"Schuld hingegen gewährlos präpariert den Übergang desolater schamver­seuchter bodenloser Kreaturgewordenheit in deren Negativ-Stabilisation, die zugleich geflohene Übernahme des Menschheitsfatums der Sterblichkeit, mit der skeptischen Providenz, in das entsühnende Opferverhältnis mit dem allbeschämenden grausamen Gott eintreten zu können. Nur daß die so in Schuld mutierte Scham, daß diese hypokritische Exkulpationsrechnung - gipfelnd im Christentum, allwo der Gott sohnlich selbst expiativ sterben muß - nimmer aufgeht; nur daß alles aufgeklärte Auffliegen dieses Ursprungs dessen eherne Reifikate nicht mitabschafft; nur daß Pathologie in ihrer ganzen Halbherzigkeit höchstens Scham und Schuld quälend fluktuieren macht; nur daß sie also im Widerspruch göttlicher Scham-losigkeit, sprich: paranoischer Unverschämtheit sondersgleichen, verdummt dann stecken­bleibt; nur daß die einzige Zuträglichkeit des »Scham- versus Schuldgewissens« nur dann verfängt, wenn es - »con-scientia« - die hehre Unsinnigkeit dieser menschlichen (Un)grundverhältnisse, hilflos umzingelt von deren dinglichen Differierensenvironments, wenigstens durchschaut."
(Mehr-als-)Psychoanalyse der Affekte; in: Pathognostische Studien XII, 207
Begriffe: Scham,Schuld,
 
 
 
Verweise
 
Die Scham als ein Wissen verschließt sich in Schuld als ein Nichtwissen, in die die verhüllende Dingproduktion, die sich als Zivilisationsgeschichte austrägt.
Schuld
Sterblichkeit wird zur Schuld, indem sie entäußert wird als verdinglichende Gewalt und die Produkte dieser Gewalt (Dinge, Zivilisation) zur Verheißung der Todesüberwindung werden.
Scham - Schuld - Sucht