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Scham - Schuld - Sucht \
Schatten der Normalität
Sucht ist der Versuch der Herstellung von Indifferenz über den körperlichen Metabolismus, entspricht so der Normalität als Inbegriff von Indifferenz.
Schatten der Normalität
Überfällig also ist die Metabolismus-Gnosis, Stoffwechselphilosophie (gewiß anknüpfbar insbesondere an deren Idealismus-Version, die Hegelsche Dialektitk), patho-gnostisch präziser Suchttheorie. Normalität = das Unbewußte der Sucht selber: Sucht - diese Spitzenkrankheit unserer Epoche - ist entsprechend notorisch die Duplikation der Normalitätsphantasmagorie konsumatorisch erfüllter Indifferenz im Ort der Fühlbarkeit. Freilich gibts dann keine andere Therapieadresse als diese Normalität selber."
Normalgebrauch; in: KAUM. Halbjahresschrift für Pathognostik 4, 109
Wetzlar. Büchse der Pandora. 1987
Begriffe: Sucht,
 
 
 

Verweise
 
Sucht
Sucht ist Sehnsucht nach Aufhebung der Differenzen – des Mangels, der Trennung, des Hungers –, Einswerden mit den Objekten des Begehrens.
Sucht entsteht wie aus dem Nichts, selten lassen sich für sie Krankheitsursachen angeben. Als wäre sie die grundsätzliche Krankheit des Menschseins selbst.
Je perfekter die Dinge, desto suchtanfälliger der Mensch. Sucht ist eine subjektive Aneignung der Perfektion der Dinge, eine der Göttlichkeit der Dinge korrespondierende Selbstvergöttlichung als Selbstentschuldung durch Schuldakkumulation.
Scham - Schuld - Sucht