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Schlaf - Traum - Wachen \
Schlaf - Traum - Wachen
Der Traum besitzt eine doppelte Funktion: er schützt vor der Tödlichkeit des Tiefschlafs, indem er den letalen Sog repräsentativ aufhält, und vor dem Aufwachen, indem er Außenreize traumimmanent abbildet.
Tiefschlaf - Traum - Wachen
"Weshalb dieses somnial scheiternd gelingend abbrechende Forcement an Schlafsustentation? Das weiß man doch?: »Unbewußt, höchste Lust« - desiderater Tribut, imaginär, an die Vorwelt der NREM-Inzesttotale, in ihrer sich aufgeilenden Tödlichkeit abgefangen in die rettend verlustige, mehr noch: allzeit höchst dialektische, Traum-Repräsentation, mit ihrer einen Jenseitsalternative des Wachzustands (vs. der anderen des NREM), paradoxal hermetisch geöffnet, und immer auch Traummimesen einbauend, wie ein in sich tautologisiertes Tiefschlafpendant mit seinen blöden, jedoch progredient adaptiv überaus notwendigen Augen."
Rückstände, 148f.
 
 
 
Verweise
 
Die distanzlose Auslieferung an das mediale Traumgeschehen ist ein Verlust der männlich konnotierten Dispositionspotenz und vielleicht auch eine vorübergehende Entlastung von dieser.
Die einzelnen Schlafphasen entsprechen den Inzestformen: Tiefschlaf = Mutter-Sohn-Inzest, Vortraumschlaf = Vater-Sohn-Inzest, Traum = Geschwisterinzest
Der Traum pariert die Gefährdung des Subjekts durch den letztlich tödlichen Tiefschlaf. Denn in der Tiefe des Schlafs lauert der Tod als inzestuöser Selbstzusammenschluss. Die rettenden Trauminhalte werden produziert von einem heteronomisierten Subjekt nach den Bildungsgesetzen des Unbewussten: Verschiebung, Verdichtung, Rücksicht auf Darstellbarkeit.
Der Traum beschützt und zerstört den Schlaf zugleich, weil seine Parade des tödlichen Sogs des Tiefschlafs irgendwann zerbrechen muss.
Die Pathognostik behauptet eine "phänomenale Autonomie des Traums", seine Inhalte sind primär nicht durch das träumende Subjekt bedingt, sondern sind vor allem eine Darstellung der Traumprozesse selbst (Autosymbolik).
Das Aufwachen aus dem Traum ist der Übergang von Halluzination zur Wahrnehmung von Realität – was ist die Differenz?
Schlaf - Traum - Wachen