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Schlaf-Traum-Wachen
"Das bedrängenste Theoriedesiderat aber, es ist das Wachen, der Tag. Jedenfalls verliefe das Erwachen in dieses Wachen hinein tödlich, wenn sich dem drohenden Wachen-Wachen (der unaufhörlichen Vigilanz, der absoluten Kontinuität, der »unsterblichen Seele«) nicht auf der Stelle, wie einfangend, rückbindend, limitierend die Realie der Weltausfällung beigäbe; Welt, Menschwelt, Kultur, im Zustand der Umhüllung. Verdeckung (Epikalypse), des Tautologiestatus derselben - alles ist nur, was es ist, und sonst nichts. So das Initial des ordentlichen Repräsentationsverhältnisses, in dem sich der Tiefschlaf als Dinglichkeit unmöglicherweise gleichwohl re-präsentiert, verschoben, entstellt sich darstellt."
Rund um die Uhr. Gedanken zu Kontinuität und Bruch in Schlafen, Träumen sowie Wachen; in: Retro III, 50f.
"Weshalb dieses somnial scheiternd gelingend abbrechende Forcement an Schlafsustentation? Das weiß man doch?: »Unbewußt, höchste Lust« - desiderater Tribut, imaginär, an die Vorwelt der NREM-Inzesttotale, in ihrer sich aufgeilenden Tödlichkeit abgefangen in die rettend verlustige, mehr noch: allzeit höchst dialektische, Traum-Repräsentation, mit ihrer einen Jenseitsalternative des Wachzustands (vs. der anderen des NREM), paradoxal hermetisch geöffnet, und immer auch Traumimesen einbauend, wie ein in sich tautologisiertes Tiefschlafpendant mit seinen blöden, jedoch progredient adaptiv überaus notwendigen Augen."
Rückstände, 148f.
"Es spricht alles dafür, daß jeder Traum eine Art von Krisis der Hülle als der Traumrepräsentation selber vollführt. Der Erwachensgrund wäre dann die drohende Entblößung."
Schamnotizen; in: Pathognostische Studien II, 101
"... der Traum selbst - der »paradoxe Schlaf« - als repräsentantische Abwehr des tiefschlaflich letalinzestuösen Wegschlafens ..."
Rückstände, 146
"Unerläßliche Ambiguität - NREM, verstellendes Todesvikariat, immer zugleich erscheint passioniertest gewünscht und pressiertest geflohen - so unser perennes Todestriebdilemma. Entsprechend avanciert die defensive Repräsentationsparadoxie Traum zum imaginären Inbegriff der Todesparierung, und abfällt instantan damit dem schmählichen Verrat an der großen Begehrenssache, die von sich her schon alle Doppelgesichtigkeit vorgibt - befreiend proditiös."
Rückstände, 153

Ausführungen  
vorläufige Notizen  
Der Traum besitzt eine doppelte Funktion: er schützt vor der Todlichkeit des Tiefschlafs, indem er den letalen Sog repräsentativ aufhält, und vor dem Aufwachen, indem er Außenreize traumimmanent abbildet.