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Schlaf-Traum-Wachen
"Funktional insichhinein aktualisiert, fungiert der Traum - ubiquitĂ€r sein paradoxales Wesen! - notorisch als »HĂŒter des Schlafs«, nicht weniger aber als dessen Gegenteil: der Schlafzerstörung. Dem Ende zu - dem Dauerende seiner selbst, das er als Ganzer ist - lĂ€uft er allemal auf die entschuldigende SelbsterklĂ€rung, sich, trotz aller erdenklichen MĂŒhen, nicht erhalten zu können, sich leider aufgeben zu mĂŒssen, hinaus; auf die achselzuckende Rechtfertigung des Erwachens - nein, das hĂ€tte so doch nicht weitergehen dĂŒrfen, wer merkte es nicht? Dies Letzte letztendlich bedeutete er - les adieux -, schlafwahrend noch und gleichzeitig schlafpreisgebend schon."
Somnium iterum (in enarratione elate); in: Pathognostische Studien VI, 81
"Der VorwÀrts-Vektor des Erwachens wird den Schatten seines Gegenteils nicht los; und dieser Schatten erinnert - man kann es kaum verhindern - an die »letzten Dinge«: nÀmlich an die - rettende, gleichwohl katastrophische - Geburt und an den - heillosen (nur heillosen?!) -Tod."
Erwachen; in: Pathognostische Studien VI, 57
"Das bedrĂ€ngenste Theoriedesiderat aber, es ist das Wachen, der Tag. Jedenfalls verliefe das Erwachen in dieses Wachen hinein tödlich, wenn sich dem drohenden Wachen-Wachen (der unaufhörlichen Vigilanz, der absoluten KontinuitĂ€t, der »unsterblichen Seele«) nicht auf der Stelle, wie einfangend, rĂŒckbindend, limitierend die Realie der WeltausfĂ€llung beigĂ€be; Welt, Menschwelt, Kultur, im Zustand der UmhĂŒllung. Verdeckung (Epikalypse), des Tautologiestatus derselben - alles ist nur, was es ist, und sonst nichts. So das Initial des ordentlichen ReprĂ€sentationsverhĂ€ltnisses, in dem sich der Tiefschlaf als Dinglichkeit unmöglicherweise gleichwohl re-prĂ€sentiert, verschoben, entstellt sich darstellt."
Rund um die Uhr. Gedanken zu KontinuitÀt und Bruch in Schlafen, TrÀumen sowie Wachen; in: Retro III, 50f.
"Weshalb dieses somnial scheiternd gelingend abbrechende Forcement an Schlafsustentation? Das weiß man doch?: »Unbewußt, höchste Lust« - desiderater Tribut, imaginĂ€r, an die Vorwelt der NREM-Inzesttotale, in ihrer sich aufgeilenden Tödlichkeit abgefangen in die rettend verlustige, mehr noch: allzeit höchst dialektische, Traum-ReprĂ€sentation, mit ihrer einen Jenseitsalternative des Wachzustands (vs. der anderen des NREM), paradoxal hermetisch geöffnet, und immer auch Traumimesen einbauend, wie ein in sich tautologisiertes Tiefschlafpendant mit seinen blöden, jedoch progredient adaptiv ĂŒberaus notwendigen Augen."
RĂŒckstĂ€nde, 148f.
"Es spricht alles dafĂŒr, daß jeder Traum eine Art von Krisis der HĂŒlle als der TraumreprĂ€sentation selber vollfĂŒhrt. Der Erwachensgrund wĂ€re dann die drohende EntblĂ¶ĂŸung."
Schamnotizen; in: Pathognostische Studien II, 101

Ausführungen  
Verweise