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Schuld
ursprĂŒngliche Schuldabtragung
"Etwas verursachen, das heißt, dieses verschulden; das Verursachte verschuldet sich seiner Ursache; die RĂŒckfĂŒhrung eines verursachten Etwas auf seine Ursache, das ist jenes SchuldeingestĂ€ndnis. (Allzeit der „Satz des Anaximander"!). Wie aber muss sodann die Verschuldens­instanz, die Ursache, gar die letzte, schuldbetreffend beschaffen sein? (So die ganze Gotteswiderlegung als höchster Beweis auch:) Indem sie alle Schuld strictissime außer sich hat, impliziert sie, selbstwidersprĂŒch­licherweise, diese ganz. Und das brĂ€chte sie, ebenso im Ganzen, um, wenn sie nicht die eigene Schuldimplikationstotale, epiphanisch als den sterblichen Gott, einrĂ€umte; und, selbst sterbend sĂŒhnend abgĂ€lte, und sich darin, sich erhaltend, ja steigernd, tradierte, und so a priori die Dingwelt schafft."
EindrĂŒcke vom Neanderthal; in: Retro III, 240
Ursprung der Schuld
"Der Ursprung der Schuld liegt jenseits des ödipalen ElternverhĂ€ltnisses; er ist elternlos. In dieser seiner verkannten Überbietung des ödipalen ElternverhĂ€ltnisses ist er so etwas wie gewußte Sterblichkeit. Gewußte Sterblichkeit - das heißt, daß die Körpermitgift des Menschen menschwerdend aufreißt zur dinglich-toten SelbstverĂ€ußerung dieser Mitgift hin und daß diese VerĂ€ußerung zugleich zum trĂŒgerischen RĂŒckhalt letztlich der Abschaffbarkeit des Todes verkommt. Der elternlose Ursprung der Schuld besteht demnach darin, die »Grundschuld« der Sterblichkeit einschließlich ihrer elementaren Gewaltakte im Zivilisationsfortschritt als unauflösbar zu unterstellen."
KleinbĂŒrger-double-binds; in: Pathognostische Studien III, 114

Verweise  
Ausführungen