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Scham - Schuld - Sucht \
Schuldfluchten
Die »Urschuld« der gewussten Sterblichkeit wird phantasmatisch »transzendiert«, in göttliche Unsterblichkeit, Absolutheit, Autarkie, was eine Schuldsteigerung bedeutet.
Schuldfluchten
"Die grundlegende Schulddimension macht so etwas wie die »Urschuld« aus (...). »Nachfolgende Schuldvorkommnisse« - sie laufen alle darauf hinaus, den Bann der »Urschuld«, der diese stellvertretenden basalen Traumatik, zu brechen. Und es scheint menschliches Schicksal zu sein, je nach Schwere­grad der ursprünglichen Verletzungen, es mit dem Ablaß (»venia«) der­selben, äußerst schulderzeugend wiederum, zu übertreiben: will sagen: das Rettungsphantasma radikaler Autonomie/Autarkie/Absolutheit, kurzum: der Unsterblichkeit, inbegrifflich den Illusionismus des Gottesbegriffs wider den Tod, gegenzuhalten, und als Instanz der Bestrafung, letztlich der Todesstrafe, seiner ebenso unvermeidlichen wie zutiefst verwerflichen Anmaßung (»Usurpation«), geltend zu machen. Da capo: das Trauma - der Sterblichkeit, der »Urschuld« - provoziert das Phantasma - der Unsterblichkeit, des, seine schuldüberfrachtende kreatürliche Anmaßung tötenden, göttlichen Vorbehalts; und dies Urphantasma unseres Gottes - selbst schon a priori anmaßender Statthalter des Todes - schirmt das Sterblichkeitstrauma, dürftig genug, in seiner (längst verdinglichten) Allmacht, ab."
Psychoanalyse der Schuld und der Schuldgefühle; in: Pathognostische Studien XII, 187f.
 
 
 
Verweise
 
Schuld
Sterblichkeit wird zur Schuld, indem sie entäußert wird als verdinglichende Gewalt und die Produkte dieser Gewalt (Dinge, Zivilisation) zur Verheißung der Todesüberwindung werden.
Autarkie, Sichselbstgenügen, das Ich, der Inbegriff der Schuld, insofern es um die Aufzehrung (Opfer) des Stoffs durch die Form geht. Dadurch wird das Leben zu einem im Toten (der Dinge), darin zugleich entsühnt durch den Tod.
Das Ich ist die Schuld der Entäußerung des Todes in der dinglichen Produktion; scheinbar wird die Erschaffung der Dinge (Repräsentation) zur Auslöschung der Schuld.
Die Ursache ist die Verschuldung des Verursachten, die letzte Ursache (Gott) die Schuldtotale. Gott sühnt seine Schuld sterbend ab, indem er sich in die Dinge verwandelt. Die Dinge sind Gottesleichen.
Die Transzendierung des Sterblichkeitstraumas durch das Unsterblichkeitsphantasma steigert die Schuld der Anmaßung bis hin zum Schuldselbstbefall der Krankheit.
Sucht
Sucht ist Sehnsucht nach Aufhebung der Differenzen – des Mangels, der Trennung, des Hungers –, Einswerden mit den Objekten des Begehrens (nicht nur der Nahrung).
Scham - Schuld - Sucht