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Scham - Schuld - Sucht \
Schuldinbegriff Autarkie
Autarkie, Sichselbstgenügen, das Ich, der Inbegriff der Schuld, insofern es um die Aufzehrung (Opfer) des Stoffs durch die Form geht. Dadurch wird das Leben zu einem im Toten (der Dinge), darin zugleich entsühnt durch den Tod.
Schuldinbegriff Autarkie
"Der Schuldinbegriff Autarkie - mit dem Tode bestraft restlos ent­sühnt und als unschuldiges ontologisches Produktionsfundament, Ich, disponiert - macht sich schuldig ob des parasitären Wesens der Attraktion und Kohärierung von Form und Stoff, die darin das Opferverhältnis der Aufzehrung dieses durch jene, wie es scheint einvernehmlich, eingehen. Und nur wenn dieses para­sitäre Wesen sich der Höchststrafe dafür preiszugeben bereit sein kann, wird ihm - Geburt der gnädigen Götter - der Vorzug zuteil, im Jenseits abgegoltener Gerichtsbarkeit an den Früchten des schaffenden Todes, desselben Opfers nur im Totenreich auf Erden, vielfältig zu partizipieren, und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt, doch in wechselnden Graden und freilich immer noch nach dem - schwindenden? - »Recht der Ungleichheit«."
Vom schwindenden Jenseits der Götter; in: Die Eule Nr. 6, 72
 
 
 
Verweise
 
Die »Urschuld« der gewussten Sterblichkeit wird phantasmatisch »transzendiert«, in göttliche Unsterblichkeit, Absolutheit, Autarkie, was eine Schuldsteigerung bedeutet.
Schuldfreiheit ist eine Illusion, die eine Gewaltsteigerung zur Folge hat. Nur scheinbar verschwindet die Schuld in den Dingen oder in der Vorstellung eines autarken Subjekts.
Schuld
Sterblichkeit wird zur Schuld, indem sie entäußert wird als verdinglichende Gewalt und die Produkte dieser Gewalt (Dinge, Zivilisation) zur Verheißung der Todesüberwindung werden.
Das sich absolut setzende Ich und entsprechend das absolute Ding als autonome Maschine behaupten sich als die Verwirklichung der Freiheit von Schuld, die Verheißung abendländisch-christlicher Metaphysik. Das Phantasma der Schuldfreiheit ist der Inbegriff von Schuld.
Fortschreitende Schuldsteigerung, beginnend mit der Geburt: Sturz in die Vereinzelung, Nötigung zum Selbstsein, Geburtswiderruf und inzestuöser Rücksog, Differenzsetzung und Abspaltung des Anderen. Und am Ende steht die Paranoia als Angst vor dem ausgelöschten Anderen.
Scham - Schuld - Sucht