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Scham - Schuld - Sucht \
Schuldsteigerung
Die Transzendierung des Sterblichkeitstraumas durch das Unsterblichkeitsphantasma steigert die Schuld der Anmaßung bis hin zum Schuldselbstbefall der Krankheit.
Schuldsteigerung
"Die besagte »Urschuld«, die »Erbsünde«, die mit dem Tode bestrafte kreatürliche Gottesanmaßung, treibt den Gottesbegriff als die Errettung vor diesem fundamentalen Vergehen hervor: die schiere »Unsterblichkeit«, Grundartefakt dann aber, das nicht nicht wiederum, abgeleitet, ob seiner notwendigen Anmaßung, nichts als verschuldet. Und so gerät man, spitzenmenschlich, vom Regen der Urverwerfung in die Traufe der unabdingbar höchst verschuldenden Usurpation dieser Rettungsmaßnahme, und, unschließlich, ins größere Faß des also durch Krankheit befriedeten vorbereiteten Todes, des satisfizierten Nichts."
Psychoanalyse der Schuld und der Schuldgefühle; in: Pathognostische Studien XII, 185
 
 
 
Verweise
 
Die Scham realisiert sich als Flucht vor der Beschämung durch die Sterblichkeit in das Autarkiephantasma, das die Dinge und das Selbstbewusstsein verkörpern. Deren Herstellung ist verbunden mit Schuld, von der sich die Sucht zu befreien sucht.
Die Ursache ist die Verschuldung des Verursachten, die letzte Ursache (Gott) die Schuldtotale. Gott sühnt seine Schuld sterbend ab, indem er sich in die Dinge verwandelt. Die Dinge sind Gottesleichen.
Die ursprüngliche Schuld ist das Repräsentationsvermögen, die Objektivierung, die Produktion der Dinge. Die Schuld besteht in der vernichtenden Verfügung über die Materie, den Mutterkörper.
Die »Urschuld« der gewussten Sterblichkeit wird phantasmatisch »transzendiert«, in göttliche Unsterblichkeit, Absolutheit, Autarkie, was eine Schuldsteigerung bedeutet.
Schuldfreiheit ist eine Illusion, die eine Gewaltsteigerung zur Folge hat. Nur scheinbar verschwindet die Schuld in den Dingen oder in der Vorstellung eines autarken Subjekts.
Schuld
Sterblichkeit wird zur Schuld, indem sie entäußert wird als verdinglichende Gewalt und die Produkte dieser Gewalt (Dinge, Zivilisation) zur Verheißung der Todesüberwindung werden.
Scham - Schuld - Sucht