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Ursprungsaneignung (Inzest) \
Selbst als Alteritätsvernichtung
Selbstgründung als Aneignung des Ursprungs vollzieht sich als Vernichtung der Alterität. Die Verkörperung von Andersheit ist letztlich der Mutterkörper, dessen Vernichtung sich in der Produktion der Dinge vollendet.
Selbst als Alteritätsvernichtung
"Inbegriff von Andersheit, von Differenz ist der sexuelle Mutterkörper, soweitgehend dieser Inbegriff, daß er die Lebens-Todesdifferenz mitbefaßt. (...) Dieser Inbegriff von Alterität muß als solcher vernichtet werden um der Selbstgründung (Individuation, Autonomie, etc.) willen, und das Vernichtungs­ultimatum erfüllt sich in der Dinghervorbringung. Der Vernichtungsmodus indessen, betreffend die Gefügigkeit dieses Opferstoffs sexueller Mutterkörper, definiert sich durch zweierlei Bestimmungen, den »Tochterstatus« (so mag man sich hier ausdrücken dürfen) als des »Verrats«Brückenschlags zur Weiblichkeitsopferung hin und eben der »Totheitsgarantie« des Vaters (Aphanisis, Kastration etc.) als des Geschlechtsverzichts um der Etablierung dieser Herrschaft, recht eigentlich der der Generalisierung des »Fetischs«, willen."
Was ist ein literarischer Text - psychoanalytisch? in: Omissa aesthetica, 71
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Verweise
 
Der Selbstbezug, der alles Andere ausschließt, indem es entweder vernichtet oder zu einem Teil von einem selbst wird, ist die Kompensation eines frühen Traumas. Insofern ist das Ich ist ein Symptom.
Der Narzissmus (Selbsthervorbringung) ist die Steigerung des Ödipuskomplexes (die Ersetzung der Eltern). Für die eigene Absolutheit wird alles Andere geopfert und zu einem Teil von einem selbst.
Ichautonomie ist in sich gewaltförmig, verdankt sich der inzestuösen Aneignung des mütterlichen Ursprungs mittels des toten Vaters. Das Ich ist die Verhüllung von Vatermord und Mutterinzest.
Ödipuskomplex, Narzissmus und Todestrieb sind sich steigernde Austragungen des Absolutheitsphantasmas (Ersetzung der Eltern, Zerstörung des Anderen, Verkörperung des Todes).
Ursprungsaneignung (Inzest)