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Ödipuskomplex - Narzissmus - Todestrieb \
Selbstapotheose als Todesabwehr
Nach der Vorbereitung durch den Ödipuskomplex und den Narzissmus gipfelt die Selbstapotheose (Ursprungsaneignung) im Todestrieb und realisiert sich entweder als Selbsttötung oder Anderentötung.
Selbstapotheose als Todesparade
"Magisch pariert der »Todestrieb« den Tod, und zwar auf zweierlei Weise: nach innen gerichtet im Extrem als Suizid, und nach außen gewendet ultimativ als Töten. Wenn ich selbst, mortiferent, der Tod selber wäre, so hätte er keine mich verzeitlichend, verderbende Macht mehr über mich, den unsterblich gewordenen Sterblichen. Der Preis dieser unnachlaßlichen - innerpsychoanalytisch nach dem »Ödipuskomplex« und nach dem »Narzißmus« - letztphantasmatischen Selbstapotheose - Sich-selbst-sein-eigener-Nichts-Ursprung-sein -, das ist die Apokalypse."
Pathophilosophische Einfälle ins rettende Desaster von Freiheit; in: Pathognostische Studien X, 212f.
Genealogica Bd. 43. Essen: Die Blaue Eule. 2010
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Verweise
 
Die Selbsttötung ist die Selbstermächtigung als Todesanmaßung in Gestalt des Selbstopfers.
Die narzisstischen Übertragungsformen zielen auf die Auslöschung des Anderen, es wird ein Teil des Selbst, verfügbar wie ein Ding. Und dies frei von Schuld.
Der Todestrieb sucht nicht den Tod, sondern wehrt ihn ab, und dies in einer Identifikation mit ihm, indem er ihn vollstreckt und entäußert als Vergegenständlichung. Er ist der Grundvorgang der Menschwerdung.
Ödipuskomplex - Narzissmus - Todestrieb