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Selbstgründungstrieb
Selbstgründungstrieb
"»Trieb« = Selbstoriginarität, zunächst eingeschränkt auf generations­sexuellem ödipalen Niveau (Selbst-die-Elternsein); dergestalt überwertigste - zur Generalisierung neigende - Narzißmusklimax; vollendet im »Todestrieb«, der wahnhaften Assimilation des Letztmovens dieser Gottesausgeburten, der Absolutheitsschimären, des - vorgestellt entzugsgaloppierenden - Todes. Unsere Sterblichkeit wäre demnach so etwas wie der aoriginäre »Urtrieb«, seines fiction-Charakters wegen der irrige Erstling bereits des »Todestriebs«, der seinshaltenden Todesverstellung schlechthin; Sterblichkeit, primär metaphysisch sodann abgeschirmt mittels der überkompensatorischen Gottesphantasmatik, des »ens a se«, der »causa sui«; und diese basale Todesabwehr mittels unserer Absolutheitsphantasmagorien wiederum abgewehrt durch die »Abwehrmechanismen«, wie sie die traditionelle Psychoanalyse ingeniös ermittelte."
Triebtheorie; in: Pathognostische Studien XII, 230

 
Verweise  
Trieb
Beim Menschen gibt es keine »natürlichen« Triebe. Jede Triebregung ist überformt vom inzestuös-narzisstischen, das Selbstbewusstsein ausmachenden Begehren nach Selbstgründung, vor dem nur die verdinglichende Repräsentation schützt.
Verlassenheitsängste als die Rückseite des Autonomiebegehrens, des Strebens nach »Höherem« bis hin zur Manie
Die drei Ausgestaltungen des Triebes: sich sein eigener Ursprung sein, selbst alles sein, der Tod sein = das nothafte Gottesbegehren nach Absolutheit, Kern der Metaphysik.