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Selbsttransparenz Gottes
Intellektualität ist gottesusurpatorisch. Aber wie nimmt man die Position Gottes ein, ohne sich dabei abhanden zu kommen? Durch Selbstabtrennung, Veräußerung in Sprache und Schrift. Wobei sich beides letztlich in Unverständlichkeit verschließt.
Intellektualität als Selbsttransparenz Gottes
"Von woher aber sprechen wir, explizierend? Dieser topos wurde schon markiert: Tribünenloge, Gottes Auge, zurückgenommen indessen von der Sichtkreation weg in die Binnenverlautung als sogenanntes Denken also als Selbsttransparenz Gottes als Intellektualität. Wäre diese aber nur selbstinvolutiv, bliebe sie anhaften, so vergingen wir darin viel schneller noch als der Kranke, der sich selbsttherapeutisch vorübergehend ja auf die Tribüne zu retten versteht. Also: diese Selbsttransparenz bedarf, bar der Chance freilich, die Apokalypse aufzuhalten, der Autotomie: Sprach-, Schriftveräußerung. Gesprochen aber ist sie obsoleter Dialekt und als Schriftkorpus wieder sich in sich verschließende unverständliche Seinstätowierung zumal."
»Der Platz ist verflucht«. Zur Pathognostik von Tabu-Räumen; in: Pathognostische Studien I, 147
 
 
 
Verweise
 
Die Steigerung der eigenen Intellektualität derart in eine Anmaßung hinein, dass sich ihre schriftlichen Ausfällungen in eine Fremdheit hinein verlieren, in der man sich abhanden kommt: der Versuch, in Gott einzudringen und dabei das eigene Selbst zu bewahren.