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Ödipuskomplex - Narzissmus - Todestrieb \
Subjekt und Todestrieb
Aus dem Wissen um die Sterblichkeit entsteht das Selbstbewusstsein. Es ist wie eine Wunde, die sich zu schließen versucht. Der Wunsch nach Selbstgründung ist eine Abwehr des Todes.
Geburt des Subjekts aus dem Todestrieb
"Das menschliche Todeswissen führt zur todestrieblichen Abwehrmaß­nahme, die eigenen Herkunftskontingenzen, den ganzen Heteronomiever­bund meiner selbst in Besitz zu nehmen, Selbstbesitz daraus zu machen. Das Subjekt, das ist der Eigeneigner, die Passion possessiven Selbst­zusammenhalts in abstrakter, d.i. isolierter, selbstbezüglicher, kurzum: hypostasierter Weise; wie der rettende Zusammenzug einer offenen Verletzungswunde. Die Spitze der todestrieblichen Todesparierung macht das Selbstbewußtsein, Mitgift schon dieses hominisierenden apriorischen Grundvorgangs; das Selbstbewußtsein in seinem uneinholbaren Sichselbstvoraussetzen, einschließlich seiner Selbstanschauung mit dabei, wie hier in dieser meiner Rede; sich durchstreichendes, sich im Selbstdurchstrich erhaltendes absolutes Wissen."
Die Vermittlung findet nicht statt. Über die Verfehlungen von und zwischen Psychoanalyse und Marxismus; in: Pathognostische Studien IX, 66
Genealogica Bd. 34. Essen: Die Blaue Eule. 2004
Begriffe:
 
 
 

Verweise
 
Insofern sich Selbstbewusstsein als Selbsttransparenz versteht, sich als Grund seiner selbst reflexiv zu vergewissern glaubt und so alles Fremde/Andere in sich aufhebt, ist es die narzisstische Gestalt des Todestriebs.
Der Inzest ist die Anmaßung des eigenen Ursprungs im alles Andere ausschließenden Selbstbezug. Letztlich ist der Inzest tödlich wie auch der Tod selbst als Zusammenfall mit sich selbst.
Der Todestrieb ist die Umwandlung der Sterblichkeit in das Begehren nach Unsterblichkeit, von Leiden in Tun.
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