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Scham - Schuld - Sucht \
Sucht
Sucht ist Sehnsucht nach Aufhebung der Differenzen – des Mangels, der Trennung, des Hungers –, Einswerden mit den Objekten des Begehrens.
Sucht als Aufhebung der Differenzen
"Primär süchtig sind die Medien selbst als solche (...), und die Süchte der Körper entsprechend nachgeordnete Kopien der orginaliter vorangehenden der Dinge selbst: die besagte, deplazierte, kausal nicht darstellbare Mimetik.
Sucht - was heißt das? Die Absolutheitsintimität; der Gottesstatus, aller Mangel/»Seinsmangel« indizierenden Differenzen ledig zu sein, versammelt: des Basisdefizits der Zeitlichkeit, also des Todes."
Kritische Einlassungen zur aktuellen Medienkultur philosophischerseits; in: Pathognostische Studien VII, 72
Genealogica Bd. 31. Essen: Die Blaue Eule. 2002
Begriffe: Sucht,
 
 
 

Verweise
 
Sucht ist eine erotische Besetzung des Todes, der Todesverfallenheit des menschlichen Körpers, ein masochistischer Genuss der Sterblichkeit, verbunden mit der Verheißung der Entschuldung.
Sucht entsteht durch Sexualisierung der Selbsterhaltung, ein pathologisch scheiternder Entschuldungsversuch.
Sucht ist wie ein Traum ohne dessen Grenzen des Schlafs und des Erwachens, ein distanzloses bei-sich-Sein ohne Selbstüberschreitung, weder Aufschub noch Auflösung.
Je perfekter die Dinge, desto suchtanfälliger der Mensch. Sucht ist eine subjektive Aneignung der Perfektion der Dinge, eine der Göttlichkeit der Dinge korrespondierende Selbstvergöttlichung als Selbstentschuldung durch Schuldakkumulation.
Mystik ist der Gipfel des Narzissmus: keine Differenz mehr zwischen mir und den Dingen, das Begehren, diese Differenz selbst zu sein. In der mystischen Einheit soll sich die repräsentationskonstitutive Differenz aufheben. Eine inzestuöse Anmaßung der Einswerdung, die zum Tode führte, würde sie nicht in Formen der Derealisierung aufgehalten.
Scham - Schuld - Sucht