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Schlaf - Traum - Wachen \
Tiefschlaf als Todesvikariat
Der Tiefschlaf ist der doppeldeutige Stellvertreter des Todes, begehrt und gefürchtet zugleich. Der Traum als Repräsentation ist seine Abwehr.
Traum und Tiefschlaf
"Unerläßliche Ambiguität - NREM, verstellendes Todesvikariat, immer zugleich erscheint passioniertest gewünscht und pressiertest geflohen - so unser perennes Todestriebdilemma. Entsprechend avanciert die defensive Repräsentationsparadoxie Traum zum imaginären Inbegriff der Todesparierung, und abfällt instantan damit dem schmählichen Verrat an der großen Begehrenssache, die von sich her schon alle Doppelgesichtigkeit vorgibt - befreiend proditiös."
Rückstände, 153
 
 
 
Verweise
 
Der »dritte Körper« ist der Körper der Dingprovenienz, der sich im Tiefschlaf nicht-repräsentativ manifestiert. Die Träume im Übergang zum Tiefschlaf könnten deshalb eine diagnostische Valenz besitzen in Bezug auf den Körper.
Der Traum pariert die Gefährdung des Subjekts durch den letztlich tödlichen Tiefschlaf. Denn in der Tiefe des Schlafs lauert der Tod als inzestuöser Selbstzusammenschluss. Die rettenden Trauminhalte werden produziert von einem heteronomisierten Subjekt nach den Bildungsgesetzen des Unbewussten: Verschiebung, Verdichtung, Rücksicht auf Darstellbarkeit.
Die Vollendung des Tiefschlafs wäre der Tod, die Vollendung des Wachens die »Unsterblichkeit«, das menschliche Dasein dazwischen aufgeschobene Übergänge, in das sich die beiden Grenzen als Pathologie und Krieg einschreiben.
Schlaf - Traum - Wachen