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Tod als Inzestvollendung
Im Tod erfüllt sich der inzestuöse Wunsch nach Aneignung des eigenen Ursprungs, indem er sich ineins vernichtet.
Tod als Inzestvollendung
"Die Inzestvollendung aber ist der Tod. Was aber heißt, daß im Ultimatum der Wunscherfüllung der Wunsch mit seiner Sanktion vernichtend/vernichtet eins wird und, als Tod, die absolute Grenze selbst ausmacht, eine Grenze also, die keine ist: die das in sich unbegrenzte menschliche Leben in sich verendlicht."
Ödipus' Tod. Über eine psychoanalytische Auslassung; in: Retro III, 127
 
 
 
Kontexte/Anschlüsse:
Caruso, Igor A.: Die Trennung der Liebenden. Eine Phänomenologie des Todes, 149
"Der Mann, der vergebens - und blindlings - nach seiner Gebärerin suchte, um diese nur ebenbildlich in der Ge­nossin wiederzufinden, wird nicht mehr enttäuscht: die Todesgöttin (...) wird ihn endlich, wie einst die Gebärerin, in ihre Arme nehmen. Sie wird ihn in ihren Schoß auf­nehmen: wiederaufnehmen, denn sie ist die wiederge­fundene Mutter. Die erste Vereinigung, die unter unerbitt­lichem Zwang der Wiederholung in symbolischer Form immer von neuem versucht wurde, wird erst im Tode wiederkehren. Der Tod ist der letzte Inzest, der alle unbefriedigenden Versuche, den ersten Inzest wieder­zuerleben, durch die letzte und auslöschende Vereinigung aufhebt und vollendet."
Verweise
 
Der Inzest ist die Anmaßung des eigenen Ursprungs im alles Andere ausschließenden Selbstbezug. Letztlich ist der Inzest tödlich wie auch der Tod selbst als Zusammenfall mit sich selbst.
Mystik ist der Gipfel des Narzissmus: keine Differenz mehr zwischen mir und den Dingen, das Begehren, diese Differenz selbst zu sein. In der mystischen Einheit soll sich die repräsentationskonstitutive Differenz aufheben. Eine inzestuöse Anmaßung der Einswerdung, die zum Tode führte, würde sie nicht in Formen der Derealisierung aufgehalten.