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Todestrieb
Der Todestrieb sucht nicht den Tod, sondern wehrt ihn ab, entäußert ihn.
Todestrieb = Todesabwehr
"Todesabwehr - bereits des Todestriebs erster Teil besteht in Todesabwehr, und der Todestrieb wäre dementsprechend der Defensivvorgang schlechthin. (...) Wie aber des einzelnen nimmt sich der Todestrieb, paradoxerweise Todesabwehr, aus? Welcher Abwehrmechanismus ist in dieser Dimension der »letzten Dinge« am Werk? Es ist die »Identifikation mit dem Aggressor« - man ist versucht, freudianisch metaphysisch zu sagen: die Uridentifikation mit dem Uraggressor Tod. Es handelt sich um einen ausgezeichne­ten Vorgang, der menschliches Tun überhaupt, dessen Zustande­kommen und Erhaltung, begründet, groß gesprochen: um den magisch-mimetischen Gründungsprozess von Menschheit selbst."
Todestrieb. Programm einer Revision; in Todesnäherungen, 26

 
Verweise  
Der Todestrieb differenziert sich nach Freud in »Ursadismus«, »ursprünglichen Sadismus«, »eigentlichen Sadismus« und »Sadismus als Perversion.«
Die Eros-gestützte Umwendung des »Ursadismus« in den »ursprünglichen Sadismus« generiert das Vermögen der Repräsentation und damit Erinnerung, Gedächtnis und Dingproduktion.
Der Todestrieb ist die Inversion der Sterblichkeit in das Begehren nach Unsterblichkeit.
Der Tod wird ineins entäußert und reintrojiziert und zerstört dabei die Fühlbarkeit dieses Vorgangs, in dessen Zwischenraum sich die Krankheiten ausbreiten als Aufschub des letalen Rückbefall des Todes.
Die menschliche Leidenschaft, den Tod abzuschaffen, produziert den Tod. Alle menschlichen Produkte sind todesstigmatisiert.
Die Erschaffung der Dinge, der Technik und jeglicher Kulturobjekte basiert auf der Verwerfung des sterblichen menschlichen Körpers.
Tod
Jede sprachlich-philosophische Annäherung an den Tod scheitert, der Tod ist das Nicht-Repräsentierbare.