Name
Passwort
Themen

Passagen
Todestrieb
der schaffende Tod
"Was n├Ąmlich will der Todestrieb zum Ausdruck bringen? Nichts als die gr├Â├čte Passion der Menschheit, den Tod zu quittieren - und damit den ganzen Horror des Todes allererst zu erschaffen. Ferner in allen ├ťberlebensmodi, der Kulturproduktion, ausweglos an den Tod in der Art von dessen vorerst rettender Gewaltinversion gefesselt zu bleiben. Und f├╝r dieses Hominit├Ątsschicksal keinerlei subjektiv-moralische Verantwortung ausmachen zu k├Ânnen."
├ľdipus' Tod. ├ťber eine psychoanalytische Auslassung; in: Retro III, 128f.
Todestrieb = Todesabwehr
"Todesabwehr - bereits des Todestriebs erster Teil besteht in Todesabwehr, und der Todestrieb w├Ąre dementsprechend der Defensivvorgang schlechthin. (...) Wie aber des einzelnen nimmt sich der Todestrieb, paradoxerweise Todesabwehr, aus? Welcher Abwehrmechanismus ist in dieser Dimension der ┬╗letzten Dinge┬ź am Werk? Es ist die ┬╗Identifikation mit dem Aggressor┬ź - man ist versucht, freudianisch metaphysisch zu sagen: die Uridentifikation mit dem Uraggressor Tod. Es handelt sich um einen ausgezeichne­ten Vorgang, der menschliches Tun ├╝berhaupt, dessen Zustande­kommen und Erhaltung, begr├╝ndet, gro├č gesprochen: um den magisch-mimetischen Gr├╝ndungsprozess von Menschheit selbst."
Todestrieb. Programm einer Revision; in Todesn├Ąherungen, 26
Todestrieb als Sterblichkeitsinversion
"Der Todestrieb referiert, wie es der Name ja schon sagt, auf das Tote selbst als solches. Welche Perversion, welche Nekrophilie! Aber nein - diese skandal├Âse Referenz/Reverenz zweckt n├Ąmlich darauf ab (...), des eigenen Ursprungs inne zu werden - Freud: der Herkunft des Organischen aus dem Anorganischen -: sich selbst also im Tode zu ├╝berleben, auf dingliche Leichenweise volles lebendiges Selbstbewu├čtsein zu sein. So da├č man, ein wenig k├╝hn, behaupten d├╝rfte, der Todestrieb sei das Unsterblichkeits­begehren, das folgerichtig dann mit dem Tode bestraft wird. Eritis sicut Deus. Mit dem Todestrieb, also ausgelegt, kommt der Tod in die Welt; und davor - das wird in den Freudschen Texten fast immer ├╝bersehen - alle t├Âdliche Gewalt als vor dem Tode rettende Sterblichkeitsinversion, der Umwandlung dieses Leidens in dieses Tun."
Freud und das Jenseits; in: Retro III, 117

Verweise  
Ausführungen  
Der Todestrieb sucht nicht den Tod, sondern wehrt ihn ab, ent├Ąu├čert ihn letztlich.