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Todestrieb als Sterblichkeitsinversion
Der Todestrieb ist die Inversion der Sterblichkeit in das Begehren nach Unsterblichkeit.
Todestrieb als Sterblichkeitsinversion
"Der Todestrieb referiert, wie es der Name ja schon sagt, auf das Tote selbst als solches. Welche Perversion, welche Nekrophilie! Aber nein - diese skandalöse Referenz/Reverenz zweckt nämlich darauf ab (...), des eigenen Ursprungs inne zu werden - Freud: der Herkunft des Organischen aus dem Anorganischen -: sich selbst also im Tode zu überleben, auf dingliche Leichenweise volles lebendiges Selbstbewußtsein zu sein. So daß man, ein wenig kühn, behaupten dürfte, der Todestrieb sei das Unsterblichkeits­begehren, das folgerichtig dann mit dem Tode bestraft wird. Eritis sicut Deus. Mit dem Todestrieb, also ausgelegt, kommt der Tod in die Welt; und davor - das wird in den Freudschen Texten fast immer übersehen - alle tödliche Gewalt als vor dem Tode rettende Sterblichkeitsinversion, der Umwandlung dieses Leidens in dieses Tun."
Freud und das Jenseits; in: Retro III, 117
 
 
 
Verweise
 
Der »primäre Masochismus« ist die erotische Besetzung menschlicher Sterblichkeit, er fällt mit dem ursprünglichen Todestrieb als Ursadismus zusammen. Er ist eine grundlegende Voraussetzung menschlichen Lebens, Basis von Menschsein und Ontologie.