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Ödipuskomplex - Narzissmus - Todestrieb \
Todestrieb als Sterblichkeitsinversion
Der Todestrieb ist die Umwandlung der Sterblichkeit in das Begehren nach Unsterblichkeit, von Leiden in Tun.
Todestrieb als Sterblichkeitsinversion
"Der Todestrieb referiert, wie es der Name ja schon sagt, auf das Tote selbst als solches. Welche Perversion, welche Nekrophilie! Aber nein - diese skandalöse Referenz/Reverenz zweckt nämlich darauf ab (...), des eigenen Ursprungs inne zu werden - Freud: der Herkunft des Organischen aus dem Anorganischen -: sich selbst also im Tode zu überleben, auf dingliche Leichenweise volles lebendiges Selbstbewußtsein zu sein. So daß man, ein wenig kühn, behaupten dürfte, der Todestrieb sei das Unsterblichkeits­begehren, das folgerichtig dann mit dem Tode bestraft wird. Eritis sicut Deus. Mit dem Todestrieb, also ausgelegt, kommt der Tod in die Welt; und davor - das wird in den Freudschen Texten fast immer übersehen - alle tödliche Gewalt als vor dem Tode rettende Sterblichkeitsinversion, der Umwandlung dieses Leidens in dieses Tun."
Freud und das Jenseits; in: Retro III, 117
Genealogica Bd. 37. Essen: Die Blaue Eule. 2006
Begriffe: Todestrieb,
 
 
 
Anschlüsse:
Žižek, Slavoj: Disparitäten, 405
"Nur ein Wesen, das nicht durch seine Sterblichkeit begrenzt wird, kann sich zu seinem Tod »als solchen« in Beziehung setzen. Bei dieser Überwindung handelt es sich paradoxerweise um eine Form des »Todes im Leben«. Ein menschliches Wesen überwindet seinen Tod dadurch, dass es Abstand von seiner Lebenssubstanz gewinnt (...). Hegels Bezeichnung für diese Dimension ist Negativität und bei Freud heißt sie Todestrieb. Die Unsterblichkeit ist der Tod im Leben, eine tödliche Kraft, welche die Kontrolle über die Lebenssubstanz erlangt oder, wie Paulus gesagt hätte, der Geist ist der Tod des Fleisches."

Verweise
 
Der »primäre Masochismus« ist die erotische Besetzung menschlicher Sterblichkeit, er fällt mit dem ursprünglichen Todestrieb als Ursadismus zusammen. Er ist eine grundlegende Voraussetzung menschlichen Lebens, Basis von Menschsein und Ontologie.
Der Todestrieb ist die Umwandlung der Sterblichkeit in das Begehren nach Unsterblichkeit, von Leiden in Tun.
Die menschliche Leidenschaft, den Tod abzuschaffen, produziert den Tod. Alle menschlichen Produkte sind todesstigmatisiert.
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