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Todestrieb und Eros
Eros als Aufschub
"... dem »Todestrieb«, in Selbstwiderspruch verfangen, die eigene Entmachtung, Selbstentmachtung, passager jedenfalls, einzuräumen, will sagen: das genuine Lebensziel Tod, den Kurzschluss der Zielerreichung (Erzeugung instantan vermittlungslos Verzehr) auszusetzen, den »Zauderrhythmus des Lebens« wiederherzustellen, Selbstaufschub, -differierung, Lebensdilation eigenantagonistisch zu besorgen. Eros, das ist die vorübergehende Selbstdementierung des Todes selbst, diese Absurdität."
Todestrieb. Programm einer Revision; in: Todesnäherungen, 37f.
Eros als differierende Abwehr
"... dem erotischen Todeswiderpart angemessen nicht mehr einzuräumen als die Potenz des Aufschubs und freilich auch der anscheinend heilsamen Täuschung, angefangen von der basalen Umwendung der Todesverfallenheit in Gewalt über deren Suchtsuspension bis hin zur letzten Todesdilation als Krankheit. Eros also die Instanz der differierenden Abwehr, selbst aber gebildet und genährt aus der Triebkraft des Abgewehrten."
Lectiones pathognosticae, 50
Eros im Dienst des Todes
"Eros, Abgesandter des Todes, hat zur Pflicht, eine Lebensschleife in Thanatos' zynischer Allgewalt in der Art von rettend verderbenden Mystifikationen auszubilden, überhaupt und im besonderen. Sein Mittel dafür ist die Verführung zum Gewalterleiden und zur Gewaltausübung sowie a fortiori zur dinglichen Gewaltentäußerung, die sich selbst martialisch-destruktiv wiedereinholt.
Erosfunktionen:
- mimetische Todesparierung Todestrieb
- Seins(nichtungs)stattgabe überhaupt
- primär masochistische Euthanasie bei introjektiver Todesabwehr
- ursprünglich sadistische Gewaltverführung bei projektiver Todesabwehr
- kulturale Selbstverdinglichung
"
Todestrieb. Programm einer Revision; in: Todesnäherungen, 40

Verweise  
Ausführungen