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Traum als Todesabwehr
Der Traum pariert eine Gefährdung des Subjekts, er ist eine Gegenbewegung zum letztlich tödlichen Tiefschlaf.
Traum als Todesparade
"Das anscheinend gefährdete Subjekt, bleibt, nichtsdestotrotz, der - wenngleich vollends heteronomisierte, ja wie gar kontingente - Ersinner der somnial selbstreferentiellen Inszenate, ebenso nach der Maßgabe derselben Ubw-Bildungsgesetzen wie derjenigen der psychoanalytisch klassischen hypostasierten Intersubjektivität - bis dahin, daß der Traum selbst - der »paradoxe Schlaf« - als repräsentantische Abwehr des tiefschlaflich letalinzestuösen Wegschlafens - »unbewußt - höchste Lust« - genug der scheinbar verschobenen Ödipalität?! - nezessitiert."
Rückstände, 146
 
 
 
Kontexte/Anschlüsse:
Foucault, Michel: Einleitung; in: Ludwig Binswanger, Traum und Existenz, 53
"Auf dem Grunde seines Träumens trifft der Mensch auf seinen Tod, der in seiner uneigentlichsten Form nur die brutale und blutige Unterbrechung des Lebens ist, in seiner eigentlichsten Form aber die Erfüllung seiner Existenz."
Verweise
 
Der Todestrieb sucht nicht den Tod, sondern wehrt ihn ab, und dies in einer Identifikation mit ihm, indem er ihn vollstreckt und entäußert. Er ist der Grundvorgang der Menschwerdung.
Angesichts der Nähe von Tiefschlaf und Tod ist der Traum ein Todesaufschub durch Repräsentation.
Beim Erwachen tritt der Weltbezug an die Stelle des Traums. Dazwischen wie ein Spalt eine Epiphanie des Nichts. Vielleicht gibt es deshalb kurz vor dem Erwachen einen Rückfall in den Tiefschlaf, aus dem gleichsam die Dinge hervorgeholt werden.
Die Vollendung des Tiefschlafs wäre der Tod, die Vollendung des Wachens die »Unsterblichkeit«, das menschliche Dasein dazwischen aufgeschobene Übergänge, in das sich die beiden Grenzen als Pathologie und Krieg einschreiben.