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Traumstasen
Die Erstarrung am Ende eines Traums, bevor er in den Tiefschlaf zurückfällt und dann zum Erwachen führt, sind dem psychotischen Zerfall nahe.
Traumstasen
"Beide Stasen [der Traumenden und der Tiefschlafträume] hängen derart miteinander zusammen, dass im Vorgang des Erwachens der Traum in den Tiefschlaf momentan zurückschnellt, um vorwärts dann über sich selbst hinwegzuspringen - ins Wachen. Die häufigen Erstarrungen zum Traumende hin stellen diesen Rückfall als solchen selber dar. Was nun die Gehalte dieser Stillstände angeht, so wird man behaupten dürfen, dass solche abweichenden Träume - ob man sie überhaupt noch Träume nennen soll? - die surrealsten: rätselhaftesten, absurdesten, abstrusesten, horren­desten sind; losgelassen schreckend zumal dann, wenn der Stillstand be­ginnt, sich in sich in Bewegung zu setzen: sich, im eigentlichen Sinne der Bezeichnung, dann zu träumen beginnt. Grenzwertige Träume, noch-und-nicht-mehr-Träume sind es, die aus psychotischen Sprengstücken bestehen."
Verfehlungen von und zwischen Psychoanalyse und Surrealismus; in: Pathognostische Studien VIII, 102
 
 
 
Verweise
 
Der Traum besitzt eine doppelte Funktion: er schützt vor der Tödlichkeit des Tiefschlafs, indem er den letalen Sog repräsentativ aufhält, und vor dem Aufwachen, indem er Außenreize traumimmanent abbildet.
Die Vollendung des Tiefschlafs wäre der Tod, die Vollendung des Wachens die »Unsterblichkeit«, das menschliche Dasein dazwischen aufgeschobene Übergänge, in das sich die beiden Grenzen als Pathologie und Krieg einschreiben.