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Ursprungsaneignung (Inzest) \
Trieb als Produktionsverleugnung
Trieb ist als Gottesbegehren die Verleugnung der Produktion, indem es sich dem Gegenteil der Produktion, den epikalyptischen Verschlussformen ausliefert.
Trieb und Abwehr
"Der (Nicht)kompromiß zwischen »Trieb« und »Abwehr«. »Trieb« (...) wäre demnach nichts anderes als die todestriebliche Verkanntheit des Produktionsgedächtnisses, sofern es sich, eben im Pathologiefalle, zu seiner Manifestation auf seinen epikalyptischen Widerpart voll zulangend, zu genuiner Produktivität aufwirft und, entsprechend sanktioniert, halbwegs zusammenbricht. Und »Abwehr«, in ihrem eigenen Kollaps, deren verzweifelt beanspruchtes defensives Kontingent nicht hinlangt, dieses ihr Abgewehrtes in die unbegrenzte Wüste unseres »Realitätsprinzips« inkognito zu absolvieren, vielmehr an dieses, es teilentmachtend nur, »tant bien que mal« mächtig noch, unobjiziert gefesselt bleibt."
Rückstände. Späte Texteleidensreparationen, 66f.
Genealogica Bd. 53. Essen: Die Blaue Eule. 2016
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Verweise
 
Beim Menschen gibt es keine »natürlichen« Triebe. Jede Triebregung ist überformt vom inzestuös-narzisstischen, das Selbstbewusstsein ausmachenden Begehren nach Selbstgründung, vor dem nur die verdinglichende Repräsentation schützt.
Alle menschlichen Triebe sind eingebunden in die »ursprüngliche« Abwehr des Todes, insofern ist der Tod das Triebultimatum. Die Abwehrmechanismen sind eine Abwehr dieser Todesabwehr, welche sich letztlich in den menschgemachten Dingen erfüllt.
Trieb als das Begehren, der eigene Ursprung zu sein (Gottesphantasma) ist Abwehr des Todes, der Endlichkeit. Insofern sind die Triebdarstellungen (Sexualität, Aneignung, Aggression) Abwehrarten.
Die drei Ausgestaltungen des Triebes: sich sein eigener Ursprung sein, selbst alles sein, der Tod sein = das nothafte Gottesbegehren nach Absolutheit, Kern der Metaphysik.
Ursprungsaneignung (Inzest)