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Ursprungsaneignung (Inzest) \
Triebtheorie
Beim Menschen gibt es keine »natürlichen« Triebe. Jede Triebregung ist überformt vom inzestuös-narzisstischen, das Selbstbewusstsein ausmachenden Begehren nach Selbstgründung, vor dem nur die verdinglichende Repräsentation schützt.
kein Trieb, nur Begehren
"Es kann beim Menschen keine Triebbedürfnisse geben; im Selbstbewußtsein tritt Mensch sogleich in die einzige Dimension des Begehrens und dessen Todestrieb-fundierter Phantasmatik ein - Begehrensüberschuß von Anfang an (Mehrwert-, sprich Abfallproduktion)."
Wissenschaftlichkeit und »ursprünglicher Sadismus«; in: Pathognostische Studien III, 92
Begriffe: Trieb,
 
 
 

Verweise
 
Sich selbst sein eigener Ursprung sein, dies der Inbegriff des Triebes, weil menschlich alle »natürlichen« Triebe immer schon vom Begehren überformt sind. Das Begehren geht auf Absolutheit, auf seine eigene Abschaffung in schuldfreier Autarkie: das Gottesphantasma.
Die drei Ausgestaltungen des Triebes: sich sein eigener Ursprung sein, selbst alles sein, der Tod sein = das nothafte Gottesbegehren nach Absolutheit, Kern der Metaphysik.
Trieb ist als Gottesbegehren die Verleugnung der Produktion, indem es sich dem Gegenteil der Produktion, den epikalyptischen Verschlussformen ausliefert.
Alle menschlichen Triebe sind eingebunden in die »ursprüngliche« Abwehr des Todes, insofern ist der Tod das Triebultimatum. Die Abwehrmechanismen sind eine Abwehr dieser Todesabwehr, welche sich letztlich in den menschgemachten Dingen erfüllt.
Ursprungsaneignung (Inzest)