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Psychopathologie \
Usurpation einer Usurpation
Die Psychose versucht sich die Gewalt anzueignen, der sich die Objektivität/Normalität verdankt. Dies ist die Gewalt der Repräsentation, die sich in dieser Usurpation selbst zerstört.
Usurpation einer Usurpation
"Worin besteht nun der eben nicht auf höheres Wissen abzweckende ganz andere psychosenausbildende Vorgang? In der den geistigen Tod - freilich jenseits subjektiver Verantwortung - in Kauf nehmenden Anmaßung, der Usurpation objektiv martialischer Gewaltvorgaben. Da diese selbst jedoch schon todesusurpatorischer Herkunft, definiert sich Psychopathologie, an ihrer Spitze Psychose, als Usurpation einer Usurpation, in der sich die Räuberei nicht aufhebt, vielmehr, bleibende »Negation der Negation«, festigt und steigert. Pointe der psychopathologischen Immunisierung: die implosiv masochistische Gewalt»wendung gegen die eigene Person«, derart Opfergestalt, unendliche Zirkularität von Schuld und Sühne, und da psychotisch auf das Repräsentationsvermögen im ganzen übergreifend, geisttötend desozialisierend ebenso im ganzen."
Zünftige Ketzereien. Über Fragen, die einer jeglichen Kunsttherapie vorausgehen müßten; in: Pathognostische Studien XII, 246f.
Genealogica Bd. 45. Essen: Die Blaue Eule. 2013
Begriffe: Psychose,
 
 
 

Verweise
 
Wenn sich in der Psychose das Verhältnis von Körper und Dingen derart umkehrt, dass die toten Dinge lebendig werden und der lebendige Körper tot, dann wird der produktive Ursprung der Dinge angezapft, in dem die Dinge aus einer Tötung entstehen.
Insofern sich die Psychose der Ödipalisierung widersetzt, ist sie eine Verkörperung der Untergegangenheit des Ödipuskomplexes, des Dingunbewussten.
Psychose ist Todeseinbehaltung, das heißt, es fehlt an Todesveräußerung als Repräsentation/Dinghervorbringung. Psychose ist somit der Versuch der Aneignung des Ursprungs.
Psychopathologie