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Ursprungsaneignung (Inzest) \
Vater-Tochter-inzestuöse Produktion
Die anale Produktivität des Vater-Tochter-Inzests trifft auf den Widerstand der zur Tochter gemachten Mutter. Sie soll als Exkrement die Differenz markieren, wehrt sich dagegen und zwingt so den Sohn, sich die Mutter zu assimilieren.
Vater-Tochter-Inzest
"Auf analem Niveau, derart regressiv verschoben, vollzieht sich, wie vergewaltigend, der Vater-Tochterinzest. Dessen Ziel aber formiert sich daraufhin, die anal inzestuöse Einbehaltung der Faeces - diesen innenkoprophagischen Mutterleibleichenrest - Mores zu lehren, doch eben ohne dies, die nachholende Tabubildung in der ordentlichen Defäkation, zu vermögen, denn die Tochter nimmt lieber den Tod, davor jedenfalls die übelsten Malträtierungen, in Kauf, als daß sie sich der Differenzstattgabe in der Ausscheidung beugte. Und sie pedalisiert (und mehr), lustkonversiv, in extremo, ihre inbegrifflich exkremental inzestuöse indifferenzierende Renitenz just auf masochistische Weise. Auf der anderen Seite, der Folterknecht, er verfängt sich dergestalt im Lustaufkommen seines Sadismus, daß er dessen drittenobligatives widerinzestuöses Ziel besinnungslos vergißt, »Eros« - der Komiker. Und nicht nur das: er hatte eh ja vor, und tut es dann auch, eben sadistisch, die Schmerzenstochter in seinen Sohn und sogleich dann in sich selbst zu alterieren."
Masochismus; in: Pathognostische Studien XI, 111
Genealogica Bd. 44 Essen: Die Blaue Eule. 2011
 
 
 
Verweise
 
Die Inzeste des Ödipuskomplexes: der oral-einverleibende Mutter-Sohn-Inzest, der anal-ausstoßende Vater-Tochter-Inzest und der urogenitale Geschwisterinzest werden zugeordnet den Bereichen der Konsumtion, Produktion und »Aufzeichnung«.
Der Mutter-Sohn-Inzest als selbstvergöttlichende Ursprungsaneignung hebt sich auf, indem der Sohn zum Vater der Mutter wird und diese dadurch zu seiner Tochter. Der Vater-Tochter-Inzest wäre dann immer auch der transfigurierte Mutter-Sohn-Inzest.
Indem der Sohn zum Vater der Mutter wird, findet eine Verlagerung von der Oralität zur Analität statt, ein Aufbrechen der inzestuösen Fusion hin zur Produktion. Der (analen) Dingproduktion entspricht die Verabsolutierung des Selbst als Mutterassimilation.
Die Depotenzierung der Mutter zur Tochter im Vater-Tochter-Inzest, wodurch sie zum Exkrement wird, setzt die Dingproduktion frei. Und dieser Inzest wird der Psychose zugerechnet.
Ursprungsaneignung (Inzest)