Themen

Passagen
Subsistenzsexualität \
Verdauung und Todestrieb
Die Lebensmittel als stilvoll aufbereitete Mutterleibleichen, einladend zum Verzehr, die Verdauung als tötende Aneignung, schließlich das schamhafte Wegschaffen des exkrementalen Restes wie die Entsorgung einer Leiche. Das alles im Dienst der Erhaltung des Selbst.
Defäkation und Todestrieb
"Inmitten der Aktivitätsversion des Todestriebs, wie gehabt: der auflängenden Umwendung der Sterblichkeit in tötende Gewalt, imponiert die Defäkation wie das Ende von Lustmord: die Elimination, das entschädigend masochistische Herauspressen der Reste der inkorporierten/assimilierten, zudem selbstschütz­lich dem Verschwinden geweihten Mutterleibleiche, zuvor als Nahrung möglicherweise derart aufgemacht, dass das Schöne wahrhaft nur mehr des Schrecklichen Anfang sein kann, danach, anal, wie ein Verwesungsprodukt, das allzu viel von den Greueln des inneren Opfertempels, der Verdauung, verrät und deshalb schon weggeschafft und versteckt werden muss."
Todestrieb. Programm einer Revision; in: Todesnäherungen, 43f.
Düsseldorf: Peras Verlag. 2007
Begriffe:
 
 
 

Verweise
 
Das Essen ist Anderenvernichtung, die sich im Körperinneren vollendet. Ergebnis sind die Exkremente, einerseits Dokumente der Vernichtungsgewalt der Verdauung, andererseits lebensrettende Manifestationen des Scheiterns des nutrimentalen Inzests.
Wie kommt es statt der drohenden inzestösen Koprophagie der Dinge, ihrer Re-Introjektion, zur Veräußerung als Kultur, der Ausbeutung von Natur bis hin zu ihrer Vernichtung?
Subsistenzsexualität