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Psychopathologie \
Verlust der Differenz zum Objekt
Wie jedes phobische Objekt ist die Brücke in der Brückenphobie Resultat des menschlichen Absolutheitsbegehrens (Ödipuskomplex ->Narzissmus -> Todestrieb), das nicht auf Abstand gehalten werden kann. Das Subjekt gerät mit dem phobischen Objekt in eine heillose Verstrickung der Indifferenz.
fehlende Differenz
"In pathognostischem Verstande ist in der Gephyrophobie die Brücke als solche Thema, das phobische Objekt selbst als zwingendes Monument der vorgängigen Untat der kryptischen Aktualität des Ödipuskomplexes (bis zum Todestrieb) auf dingliche Weise, und das phobische Symptom entsprechend die Indifferenzverkeilung des darin kranken Subjekts mit diesem Objekt, der Differenz-, Vermittlungsdispens zwischen beiden: Despekt des in diesem, dem Objekt, untergegangenen (aufgehobenen) Ödipuskomplexes (bis hin zum Todestrieb), so etwas wie der Raub dieser dinglichen Binnenpotenz; und eben nicht die Intersubjektivitätsabdrift isoliert in Infantilität, deren Verstörtheitssubsistenz sich kontingenterweise an dingliche Gebrauchszusammenhänge wie eine Brücke, die nichts sind als sie selbst, anheftet."
Philosophische Einführung in die Pathognostik; in: Lectiones pathognosticae, 30
Düsseldorf: Psychoanalyse & Philosophie. 1999
 
 
 

Verweise
 
Die Göttlichkeit der Brücke besteht in der Indifferenzierung einer Differenz, sie verbindet ein Diesseits mit einem Jenseits, ist Überbrückung eines Abgrunds, sie stellt einen Zusammenhang gegen eine Unterbrechung her.
Wie jede Phobie ist die Brückenphobie Ausdruck eines nicht untergegangenen Ödipuskomplexes: das Objekt ist nicht vollständig veräußert, sein Produktionsgrund nicht epikalyptisch verschlossen. Die Differenz zum Objekt ist ausgesetzt, wobei die Brücke sich als phobisches Objekt besonders eignet, weil sie als Objekt selbst die Überbrückung von Differenz darstellt.
Nicht-phobische Objekte verkörpern den untergegangenen Ödipuskomplex und sind funktionale Phänomene des Selbst. Der nicht untergegangene Ödipuskomplex verkörpert sich angesichts der phobischen Objekte als Krankheit.
Psychopathologie