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Subsistenzsexualität \
Verlust einer Selbststütze
Im Exkrement findet das Selbst eine Stütze, insofern es eine elementare Dingproduktion ist, Repräsentation eines Außen, in dem es sich fundieren könnte. In der Abtrennung und der Wegschaffung des Exkrements wird das Selbst dieses Schutzes beraubt.
fragiler Selbsthalt
"Entscheidend hier ist der Entwicklungsprogreß, isoliert von Wahrnehmung und Bewegung, der es gewährleistet, daß die Nahrungsaufnahme - immer im phantasmatischen Sinne von oralsadistischer Ursprungssuche - als Auseinandernehmen der Dinge (...), extrapoliert, zum Außenvor gerät, wie wenn es das pure Außen, die absolute/selbstfundierte, das Selbst fundierende, nimmer verschwindende Oberfläche geben müsse. Die simultanen Anforderungen der Sauberkeitsdressur sind nun insofern wenig nur angebracht, als die faeces, mehr noch als die Grundform eigener (Ding)hervorbringung nur, phantasmatisch den unablässigen Ursprung als Ursprung selbst, die entsprechend erfüllte Selbstheit dazu - nicht zuletzt mit einem reparativen Akzent - zu repräsentieren vermöchten. Welchem Abtrennung und Verwerfung des Exkrements elend zuwiderläuft, indem sie diesen Selbsthalt - freilich zu weiterem einzig motivierend - beseitigen."
Aus meinem Leben. Posteriore Urszenen, 33
 
 
 
Verweise
 
Das Scheitern des Begehrens nach Absolutheit, nach Indifferenz, manifestiert sich im Exkrement, das uns so als Differenzanmahnung vermenschlicht.
In der Subsistenzsexualität (Nahrungsaufnahme, Verdauung, Exkrementabgabe) dominiert die Analität, denn das Exkrement repräsentiert den körperlichen Opfervorgang. Das autonome Ich behauptet sich primär als Verbergung und Wegschaffung des Exkrements als Dokument der intestinalen Gewalt.
Subsistenzsexualität