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anale Phase
Das Wechselspiel von Ausstoßung und Einbehaltung der Exkremente kennzeichnet die anale Phase. Das Exkrement ist die durch orale Einverleibung getötete Mutter, die in Abwehr der koprophagischen Rückaneignung verworfen wird.
Ausstoßung - Einbehaltung - Entwertung
"In der »analen Phase« besteht das inzestuöse Begehren des Kleinkindes in der Einbehaltung der Exkremente (»anale Retention«). Und davor in deren gewaltsamer Ausstoßung (»anale Elimination«), in deren Waffengebrauch sozusagen; nur daß der Angriff gegen die Mutter nicht verfängt, da ja die Waffe aus ihrem eigenen Kadaver besteht, sie zu sich selbst im Toten heimkehrt. (...) Elimination und Retention der Exkremente, deren inzestuösen Besetzung drittenseits wiederum gewehrt werden muß, diesmal in der Art von Entwertung und Verschwindenlassen, und dies zumal gegen den koprophagischen Widerruf der Hergabe."
Ödipus und kein Ende; in: Pathognostische Studien X, 90
 
 
 
Verweise
 
Die Nahrungsaneignung ist der Inzest mit der Mutter als Urnahrungsquelle, dieser scheitert in der Exkrementation. Die anale Retention ist der Versuch, dieses Scheitern zu verhindern, also die inzestuöse Fusion zu erhalten (exkrementaler Inzest).
Im Exkrement findet das Selbst eine Stütze, insofern es eine elementare Dingproduktion ist, Repräsentation eines Außen, in dem es sich fundieren könnte. In der Abtrennung und der Wegschaffung des Exkrements wird das Selbst dieses Schutzes beraubt.
Das Essen ist Anderenvernichtung, die sich im Körperinneren vollendet. Ergebnis sind die Exkremente, einerseits Dokumente der Vernichtungsgewalt der Verdauung, andererseits lebensrettende Manifestationen des Scheiterns des nutrimentalen Inzests.
In der Subsistenzsexualität (Nahrungsaufnahme, Verdauung, Exkrementabgabe) dominiert die Analität, denn das Exkrement repräsentiert den körperlichen Opfervorgang. Das autonome Ich behauptet sich primär als Verbergung und Wegschaffung des Exkrements als Dokument der intestinalen Gewalt.