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Intellektualität \
anale Rückaneignung
Die sogenannte »Arschmahlzeit der Dinge« ist die Voraussetzung für einen intellektuellen Aufschluss der Produktion, vorausgesetzt, sie wird wieder veräußert in Form von Zeichen.
anale Rückaneignung
"Freilich ist die Sache mit der analen (Re)inkorporation der toten Dinge kein Gag, vielmehr die gnostische Formel der exklusiven Möglichkeit, überhaupt Intellektualität i.w.S. zu generieren. Emphatisch mag man von Rückaneig­nung sprechen, gewiß; rückangeeignet aber wird nichts anderes, schlechter­dings nichts anderes als der Produktionsinbegriff von Dinglichkeit selber, schier konservativ, und entsprechend nimmt sich die Rückaneignung oder, noch feierlicher bezeichnet, die Aufhebung der Entfremdung, auch aus; was indessen aber keinen Rechtsgrund dafür abgeben sollte, über dies Ganze an nekrophilischer Gefrässigkeit sich - wie anders als moralistisch - herzumachen. (...) Die spirituelle Afterinkorporation stellt sich nicht durch Beschluß, sondern wie von selber her -, die Zeichenquerstände dieser »intellektualen Anschauung«, »produktiven Einbildungskraft« etc. biegen je auch die beidseitige Entropisierung zu Krankheit und Krieg, Tod und Apokalypse des Produktionsinbegriffs in sich selber hinein auflassend »reflexiv« zurück."
Ödipus for ever; in: Kaum 2, 56
 
 
 
Verweise
 
Die todesusurpatorischen äußeren Dinge werden nekrophagisch re-inkorporiert (»Arschmahlzeit der Dinge«) und wenn sie nicht wieder veräußert werden haften sie an als Symptome. Die Re-Inkorporation ist der pathogene Basisprozess.
Gewalt lässt sich nicht durch Einsicht in ihre Bedingungen wegzaubern. Pathognostisch imprägnierte Intellektualität ist eine von Gewalt befallene Klage, sich austragend in ein gebrochenes Schreiben, eine blasphemisch-schamlose Aufdeckung letzter Geheimnisse.
Pathognostische Intellektualität ist eine vermessene Mischung aus wissenschaftlichem Verschluss (Epikalypse) und psychotischer Öffnung (Apokalypse), die dem Aufzuschließenden in einer Ambivalenz von Sarkasmus und Mitleid begegnet.
Die anale Reinkorporation der Dinge - der Dingeinzest -, führt zur Erkrankung des Körpers, wenn sie nicht wieder veräußert werden als Intellektualität oder Kunst.
Kunst
Wie Intellektualität setzt Kunst die »Arschmahlzeit der Dinge« voraus, die anale Reinkorporation der Dinge. Ihre Wiederveräußerung als Kunst bewahrt vor ansonsten unvermeidbarem Krankheitsbefall.
Intellektualität