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Pathognostik \
aporetische menschliche Existenz
Die Existenz des Menschen ist ausweglos: zerrissen zwischen Sehnsucht nach Erlösung und der hoffnungslosen Auslieferung an die eigene Sterblichkeit. Dieser Widerspruch lässt ihn scheitern und entfaltet sich als sein Zerstörungspotenzial.
aporetische menschliche Existenz
"Wir sind uns selbst schier ungewachsen, hoffnungslos der Selbsterlösung harrend, dem Hiatus zwischen der großen Emergenz des Selbstbewußtseins, dem, wie gottesbeweislich, Sichwissendenwissen, und, unausweichlich kontradiktorisch, der tödlichen Sterblichkeitsschande - ratio essendi gar, on dit, jener, der humanen Erektion, wissenschaftsimperial materialistisch ungetröstet, zumal gewaltprovokant also alieniert -, der Weisheit allzeit vorletzter Schluß, restlos ausgeliefert."
Terrorismus-Theologumena und Manöverkritik; in: Pathognostische Interventionen I, 57
 
 
 
Kontexte/Anschlüsse:
Gerlich, Siegfried: Pathognostische Pseudomorphosen. Eine konservative Revision; in: Rudolf Heinz and friends, 95
"Die heimliche Anthropologie der Pathognostik beruht vielmehr auf der Evidenz, dass, was der Mensch ist, eben in dem Bann, den er über sich selbst verhängt hat, erschlagend und erschöpfend zum Ausdruck kommt. Ihr negativer Gnostizismus steht mitnichten für ein Bilderverbot im Dienste der Anthropodizee, sondern ganz im Gegenteil für ein durch und durch tragisches und todessüchtiges Bild vom Menschen, welcher kein philosophisches Recht und doch die pragmatische Pflicht zu leben hat."
Verweise
 
Menschwerdung ist grundlose Nichtung, die das Sein generiert. Diese Grundlosigkeit verschließt sich in der Dingproduktion, die brüchig ist in Pathologie und Intellektualität.
Der Widerspruch zwischen Selbstbewusstsein als Anspruch auf Selbstverfügung und Sterblichkeit macht den Menschen zu einem Gewaltwesen, Gewalt als Ausdruck der Unmöglichkeit, diesen Abgrund zu schließen.
Kultur
Die vom Menschen geschaffenen Dinge - Kultur - sind Spiegelungen der menschlichen Gewaltverfassung, die sich zuspitzend austrägt als Ödipuskomplex, Narzissmus, Todestrieb. Der Glaube an die Unschuld der Dinge ist eine lebenserhaltende Täuschung.
Schuld
Sterblichkeit wird zur Schuld, indem sie entäußert wird als verdinglichende Gewalt und die Produkte dieser Gewalt (Dinge, Zivilisation) zur Verheißung der Todesüberwindung werden.
Scham
Grenze und Scheitern der Erkenntnis ist die Sterblichkeit, angesichts derer jede Erkenntnis der Nichtigkeit verfällt. Scham ist das Eingeständnis dieses Scheiterns.
Trieb
Beim Menschen gibt es keine »natürlichen« Triebe. Jede Triebregung ist überformt vom inzestuös-narzisstischen, das Selbstbewusstsein ausmachenden Begehren nach Selbstgründung, vor dem nur die verdinglichende Repräsentation schützt.
Pathognostik