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Scham - Schuld - Sucht \
der Ort der Schuld
Der Ort der Schuld ist nicht das einzelne Subjekt, sondern der objektive Prozess der Produktion und Verteilung, in die sich das Subjekt verstrickt, indem es die Schuld anzapft und als Krankheit (oder Intellektualität) austrägt. Eine besondere Sensibilität öffnet sich der Schuld, die ansonsten in den Dingen verschlossen bleibt.
der Ort der Schuld
"Es gibt kein schuldiges Subjekt, wenngleich in Psychopathologie ausschließlich über Schuld gehandelt wird (...). In der sich verlierenden Schuldverschiebung in die Generationenfolge hinein zurück fehlen die Synchronie der Dinge (in der Art technologischer/institutioneller Querschnitte sozusagen), und vor allem die überfällige Verabschiedung jeglicher Katharsis, also der einschlägigen Methoden der Schuldverschiebung letztlich unter dem Anspruch von Schuldauflösung, wofür dann die in dieser Funktion fraglos beanspruchten Dinge überhaupt nicht mehr in Frage kommen können. Deshalb dann auch verschärft das Verdikt, daß es für Krankheit keine schuldige Ursache gebe. Womit ich nicht zuletzt einem sozialpsychiatrisch umgekehrten Kausalismus, der noch wohlfeiler werden könnte als der lebensgeschichtliche, zu wehren suche. Zugespitzt gesagt, hat Krankheit keine Kausalgenese und in diesem Sinne keine Geschichte, vielmehr eine identische Binnenverfassung, eine innere Organisationsform."
Ein alternativer Vorschlag zur psychoanalytischen Symptomauffassung; in: Pathognostische Studien III, 149
 
 
 
Verweise
 
Schuld
Sterblichkeit wird zur Schuld, indem sie entäußert wird als verdinglichende Gewalt und die Produkte dieser Gewalt (Dinge, Zivilisation) zur Verheißung der Todesüberwindung werden.
Die ursprüngliche Schuld ist das Repräsentationsvermögen, die Objektivierung, die Produktion der Dinge. Die Schuld besteht in der vernichtenden Verfügung über die Materie, den Mutterkörper.
Die Schuld der Sterblichkeit entäußert sich in die Produktion der Dinge. Die Schuld der Produktion besteht in der Vergewaltigung der Natur, die Schuld der Zirkulation in der ungerechten Verteilung der Dinge, die Schuld der Konsumtion in der Verdeckung der vorausgegangenen Gewalt der Produktion und Verteilung.
Zivilisation ist die Überbietung des menschlichen Körpers bis zu seiner Abschaffung als totes Ding. Der sterbliche Körper wird zum Schandkörper. Dies ist die Schuld, die in Zivilisation verschwinden soll. Je größer die Schuld, desto stärker das Versprechen der Erlösung.
Dinge
Narzisstische Verdinglichung ist der Produktionsgrund der Dinge und Krankheit die Spürung der Schuld der Dingproduktion am Ort des Gebrauchs.
Die marxistische Behauptung der Unschuld der Produktivkräfte ist unhaltbar, wenn die Dinge Todestriebrepräsentanzen sind. Arbeit wird dann zu einem sühnenden Opfervorgang.
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