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Ursprungsaneignung (Inzest) \
exkrementaler Inzest
Die Exkremente manifestieren das Scheitern des nutrimentalen Inzests. Dieses Scheitern will der exkrementale Inzest rückgängig machen. Die drohende tödliche Indifferenz löst sich auf in der Herstellung der Dinge, die an die Stelle der Exkremente treten.
exkrementaler Inzest
"Der exkrementale Inzest - kopro- und, totalisiert, Nekrophagie - prätendiert, endgültig, die assimilierende Vernichtung der sich in den Exkrementen dokumentierenden Differenz, vorgängig also des oralen Inzestversagens, umschlagend ins Menetekel des toten Mutterstoffs, den Strich durch die Rechnung aller Indifferenzapotheose. Rettendes Wunder sodann deren Transfiguration: die Dinge-/Waren-/Waffengeburt, vorläufige Berge rächenden Sprengstoffs, Ubiquität, certe, der Kriegseignung aller Kulturobjektive, externalisiertes Halbehalbe solchen Inzests und seiner reifiziert tötenderen Mutation."
Ausbuchtungen; in: Pathognostische Interventionen III, 186
Genealogica Bd. 20. Essen: Die Blaue Eule. 1990
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Verweise
 
Das Essen ist Anderenvernichtung, die sich im Körperinneren vollendet. Ergebnis sind die Exkremente, einerseits Dokumente der Vernichtungsgewalt der Verdauung, andererseits lebensrettende Manifestationen des Scheiterns des nutrimentalen Inzests.
Das Scheitern des Begehrens nach Absolutheit, nach Indifferenz in der vollständigen Assimilation der Nahrung manifestiert sich im Exkrement, das uns so als Differenzanmahnung schambesetzt vermenschlicht.
Einerseits ist die Nahrungsaufnahme (Inkorporation) die innigste Vereinigung (Inzest), andererseits werden die Exkremente als schambesetzt verworfen. Warum? Weil sie die Repräsentation des Muttermords sind.
Die menschgemachten Dinge verdanken sich der Verhinderung der Koprophagie. Die Koprophagie ist der Versuch, den in der Defäkation scheiternden nutrimentalen Inzest wieder herzustellen. Stattdessen werden die Exkremente epikalyptisch zu Dingen veräußert.
Ursprungsaneignung (Inzest)