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Passagen
Subsistenzsexualität \
exkrementales Begehren
Das Essen ist die Urform des Begehrens. Das Begehren zielt letztlich immer auf den Inzest: das Sich-selbst-Genügen, die Absolutheit, die Indifferenz. Das Exkrement ist einerseits das Scheitern des nutrimentalen Inzests, andererseits auch der abgespaltene Einschluss der Indifferenz.
Objekt des Begehrens
"Die Urform des Begehrens und des Dingphantasmas, die Subsistenzsexualität, das Essen, bedarf, außerdem allzeit eucharistisch (drogengnostisch), der Supplementierung durch das Exkrement. (...) Da das Kompaktexkrement Inbegriff des Differenzmonitums dergestalt ist, daß es in sich die negierte Indifferenz gleichwohl mitreißt und mitsichführt/einschließt, kann es nicht nicht dieses, das Exkrement, sein, auf das es das Begehren abgesehen hat; das Dingphantasma - eo ipso kopro-, nekrophagisch. Deshalb das Tabu darüber, immer zum Zweck der Garantierung der Ding-, inklusive der Nutrimentenproduktion. So die Unterwelt der Kultur im Ganzen."
Jenseits von Lacan. Zur postmodernen Psychoanalysekritik des »Anti-Ödipus«; in: Pathognostische Studien V, 196
Genealogica Bd. 27. Essen: Die Blaue Eule. 1999
 
 
 

Verweise
 
Das Essen ist Anderenvernichtung, die sich im Körperinneren vollendet. Ergebnis sind die Exkremente, einerseits Dokumente der Vernichtungsgewalt der Verdauung, andererseits lebensrettende Manifestationen des Scheiterns des nutrimentalen Inzests.
Die Lebensmittel als stilvoll aufbereitete Mutterleibleichen, einladend zum Verzehr, die Verdauung als tötende Aneignung, schließlich das schamhafte Wegschaffen des exkrementalen Restes wie die Entsorgung einer Leiche. Das alles im Dienst der Erhaltung des Selbst.
Essen ist vernichtende Assimilation des Anderen und das Exkrement das Dokument dieser Tötung.
Einerseits ist die Nahrungsaufnahme (Inkorporation) die innigste Vereinigung (Inzest), andererseits werden die Exkremente als schambesetzt verworfen. Warum? Weil sie die Repräsentation des Muttermords sind.
Subsistenzsexualität